Ausbleibende Regenfälle und fehlendes Schmelzwasser sorgen für einen außergewöhnlich tiefen Wasserstand am Bodensee. Der bei Konstanz gemessene Pegelstand von aktuell 271 Zentimeter liegt nur 8 Zentimeter über dem historischen Tiefstand, in Teilen wird der Seegrund sichtbar. Entblößt die Trockenheit nun auch Leichen im Bodensee?

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Denn laut „SWI swissinfo“ werden immer noch mindestens 103 Personen im Bodensee vermisst. Die an den See grenzenden Nachbarländer Deutschland, Österreich und Schweiz führen eine entsprechende gemeinsame Statistik, die seit 1947 Vermisstenfälle auflistet. Jedes Jahr kommen mehrere Badende und Wassersportler im See ums Leben, von denen zehn Personen allein in den letzten zehn Jahren immer noch vermisst werden.
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Der 536 Quadratkilometer große und bis zu 251 Meter tiefe See ist als Suchgebiet gigantisch. Im „Südkurier“ dämpfte eine Sprecherin der Wasserschutzpolizei Erwartungen, dass alte Vermisstenfälle bald gelöst sein könnten. Der tiefe Pegelstand dürfte kaum neue Leichen enthüllen oder sie an die Wasseroberfläche treiben lassen. „Im tieferen Wasser bleiben sie in aller Regel auf dem Grund, da hier der Verwesungsprozess deutlich verlangsamt ist“, erklärte sie.
„Die derzeitige Abweichung des Pegels vom für die Jahreszeit üblichen Pegel dürfte nicht ins Gewicht fallen.“ Bisher habe Niedrigwasser noch nie Vermisstenfälle im Bodensee lösen können. Dafür spülte im letzten Jahr Hochwasser zwei Leichen in den deutschen Teil des Bodensees. Der Polizei zufolge waren die Männer schon seit mehreren Monaten tot, bei einem von ihnen handelte es sich um einen 79-Jährigen aus dem Schweizer Chur.
Ab 50 Metern Tiefe halte der Wasserdruck den Körper unten, erklärte ein Kommandant der österreichischen Seepolizei, Bernhard Aigner, gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa letztes Jahr. So würden die entstehenden Verwesungsgase nicht ausreichen, um den Leichnam an die Oberfläche zu treiben. Allein im Herbst oder Frühjahr, wenn unterschiedlich warme Wasserschichten für Bewegung im See sorgen, könnten in der Tiefe liegende Körper nach oben geschwemmt werden, so Aigner.
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Laut dem internationalen Roten Kreuz machen schlechte Sichtverhältnisse, große Tiefen, Strömungen und der Zersetzungsprozess die Suche nach Leichen in Seen extrem anspruchsvoll. Moderne Technologien wie ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge spielen dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie können mit hochauflösenden Kameras und Sonartechnik ausgestattet werden, um systematisch den Gewässerboden zu durchsuchen.
In flacheren Bereichen kommen oft Polizeitaucher zum Einsatz, während in tieferen Zonen Sonargeräte potenzielle Fundorte identifizieren. In manchen Fällen wird auch Bodenradar genutzt, etwa wenn Sedimente die Leiche bedecken. Trotz aller Technik bleibt die Obduktion und Identifikation.von Wasserleichen oft schwierig, da Fäulnisprozesse Spuren und Merkmale verwischen können.
os






