Der Rheinfall bei Schaffhausen ist einer der mächtigsten Wasserfälle Europas. Mit einer Höhe von 23 Metern und einer Breite von 150 Metern lockt der Rheinfall im Norden der Schweiz jedes Jahr Hunderttausende Touristen an. Doch die fehlenden Niederschläge der letzten Wochen sorgen für einen extrem niedrigen Wasserstand des Rheins – und für einen entsprechend unspektakulären Wasserfall.

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Das Gelände ist extrem karg, mit Moos bewachsene Felsen ragen aus dem Wasser. Es fließt nur noch gut die Hälfte der sonst im April üblichen Menge durch den westlich vom Bodensee gelegenen Rheinfall.

„Wir bräuchten großflächig anhaltenden Niederschlag, damit sich die Lage entspannt“, sagt Michèle Oberhänsli, Hydrologin beim Bundesamt für Umwelt in der Schweiz. „Die Wettervorhersage deutet an: Es wird nicht besser. Es ist zwar Niederschlag in Sicht, aber das reicht bei Weitem nicht, um die Defizite wettzumachen.“

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Der Abfluss an der Station Neuhausen nahe dem Rheinfall liege aktuell bei rund 170 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Im langfristigen Durchschnitt erreicht der Mittelwert für April den Angaben zufolge 316 Kubikmeter pro Sekunde. Wegen des Schmelzwassers aus den Alpen steigt der Abfluss eigentlich im Frühjahr und Sommer. Am wenigsten fließt im Januar und Februar. 

Rheinfall bei Niedrigwasser
Das Naturspektakel bleibt diesen Frühling bisher aus: der Rheinfall kämpft mit Wassermangel. © Silas Stein/dpa | Silas Stein

Das Problem: den ganzen Winter gab es im Einzugsgebiet des Rheins in der Ostschweiz zu wenig Niederschläge. Entsprechend liegt weniger Schnee als sonst, der schmelzen kann. Hinzukommt, dass die Gletscher, die für den Wasserhaushalt über die Sommermonate so wichtig sind, seit Jahrzehnten zurückgehen, das werde den Abfluss ab dem Frühling künftig weiter beeinträchtigen. 

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Die 172 Kubikmeter sind laut dem Bundesamt extrem wenig, aber es war an einem Apriltag schon mal schlimmer. Der liegt mehr als 50 Jahre zurück: am 1. April 1972 flossen nur 136 Kubikmeter pro Sekunde, geht aus den Daten des Bundesamtes hervor, die für diese Messreihe bis 1959 zurückreichen.

Auch bei den Rheinhäfen Basel gibt es Niedrigwasser. Aktuell fließen rund 450 Kubikmeter pro Sekunde - normal ist im langjährigen Durchschnitt im April mehr als das doppelte. „Das ist außergewöhnlich im Frühling“, sagt Jelena Roth, Sprecherin der Schweizerischen Rheinhäfen. An der Station Basel Rheinhalle gehen die Messdaten bis 1891 zurück. Der tiefste April-Stand wurde demzufolge am 3. April 1921 gemessen: 357 Kubikmeter.

os/dpa