Kunststoff ist aus dem Alltag kaum wegzudenken – ob in Verpackungen, Möbeln oder Elektronik. Die Plastikflut wächst, doch kaum etwas davon wird recycelt. Von den rund 400 Millionen Tonnen Plastik, die 2022 weltweit produziert wurden, stammten laut einer neuen Studie nur 9,5 Prozent aus recyceltem Material.

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„Die globale Recyclingrate stagniert“, schreiben Forscher der Pekinger Tsinghua Universität im Fachmagazin Communications Earth & Environment. Während die Plastikproduktion seit Jahrzehnten rasant steigt und sich bis 2050 wohl noch einmal verdoppeln wird, bleibt die Wiederverwertung auf einem niedrigen Niveau.

90 Prozent der Plastikprodukte aus fossilen Brennstoffen

Die Folgen sind enorm – für die Umwelt und das Klima. Denn für rund 90 Prozent der weltweiten Plastikproduktion werden fossile Brennstoffe wie Öl und Gas benötigt. Die Kunststoffindustrie konzentriert sich dabei besonders in ölreichen Ländern und Produktionshochburgen wie China, das inzwischen 40 Prozent der globalen Plastikendprodukte herstellt.

Auch was den Verbrauch betrifft, liegt China vorne: Rund 20 Prozent des weltweiten Bedarfs entfallen auf das Land. Dahinter folgen die USA mit 18 Prozent und die EU mit 16 Prozent.

In den USA fallen pro Kopf im Schnitt 216 Kilogramm Kunststoff an, so viel wie in keinem anderen Land. Rund zwölf Prozent des amerikanischen Hausmülls bestehen aus Plastik, vor allem aus Verpackungen und Behältern. Doch nur ein kleiner Teil davon wird wiederverwertet: Die Recyclingquote liegt in den USA laut Studie bei fünf Prozent.

Recycling: Das sind die Gründe für das Scheitern

Ein zentraler Grund für die niedrige Recyclingquote von Kunststoffen liegt laut der Studie in der Vielzahl und Komplexität der verwendeten Materialien. Kunststoffabfälle bestehen aus unterschiedlichsten Typen, Qualitäten und Zusätzen, was eine effiziente Sortierung und Verarbeitung erschwert. Um die Qualität des recycelten Materials zu gewährleisten, müssen verschiedene Kunststoffarten oft separat bearbeitet werden. Zusätzlich stellen Verunreinigungen wie Lebensmittelreste und Etiketten ein weiteres Problem dar, da sie die Recyclingqualität mindern und den Arbeitsaufwand in den Anlagen erhöhen.

Wirtschaftliche Faktoren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Der Preis für neu produzierten Kunststoff ist aufgrund schwankender Ölpreise häufig günstiger als der für recycelten Kunststoff. Das verhindert Investitionen in moderne Recyclingtechnologien und trägt so zur Stagnation der Recyclingraten bei. Hinzu kommt, dass viele Produkte aufgrund eines fehlenden Fokus auf ressourceneffizientes Design entweder schwer zu recyceln sind oder aufgrund verbotener Zusätze überhaupt nicht wiederverwertet werden können.

Plastik mittlerweile fast überall im menschlichen Körper

Um die Recyclingquote zu erhöhen, ist es notwendig, bereits in der Designphase auf Ökodesign und Standardisierung zu setzen. Hersteller sollten recycelbare Materialien bevorzugen, den Einsatz problematischer Zusätze minimieren und Produkte so gestalten, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus effizient recycelt werden können, so die Studie.

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