In den USA will Donald Trump nach mehr Öl und Gas bohren lassen als jemals zuvor. Und auch in Deutschland gibt es mit andauernder Rezession immer mehr Widerstand gegen die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Klimaforscher schlagen deshalb Alarm: Das 1,5-Grad-Ziel der Pariser Klimakonferenz dürfte nicht zu halten sein – mit viel schlimmeren Konsequenzen für die Wirtschaft als bisher angenommen.

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Australische Forscher rechnen in einer neuen Studie mit massiven Einbrüchen der Weltwirtschaft, sollte der Klimawandel nicht gebremst werden. Erwärmt sich die Erde bis zum Jahr 2100 um drei Grad, könnte das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf um 40 Prozent schrumpfen. Frühere Studien hatten durchschnittlich nur 11 Prozent Rückgang berechnet.
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Klimawandel: Neue Prognose sagt Wirtschaftskatastrophe voraus
Die in der Fachzeitschrift „Environmental Research Letters“ veröffentlichte Studie übersteigt damit andere Modellrechnungen bei weitem. Diese hatten selbst bei einer extremen Erderwärmung um 4 Grad nur einen Wirtschaftseinbruch zwischen 7 und 23 Prozent prognostiziert.
In einem Gastbeitrag für die Online-Plattform „The Conversation“ beschreibt Timothy Neal, der Hauptautor der Studie, die Fehler früherer Untersuchungen. Diese hätten nur die Auswirkungen des Klimawandel auf einzelne Länder berechnet und die Wechselwirkungen von Extremwetter in anderen Ländern nicht berücksichtigt, erklärt der Ökonom von der Universität Sydney.
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Studie: Extremwetter wird Welthandel stören
So könne eine Dürre zu Ernteausfällen in einem Land und dadurch zu Nahrungsmittelknappheit in anderen anderen Land führen. Stürme und Überschwemmungen würden außerdem weitläufige Zerstörung verursachen und den weltweiten Warenfluss stören, glauben die Forscher. Diese Verbindungen seien nicht berücksichtigt worden.
Und auch die Hitze mache Arbeiter bei gleichzeitiger Gefährdung ihrer Gesundheit weit weniger produktiv. Massenmigration und Ressourcenknappheit würden außerdem Konflikte auf der Welt anheizen.
Unter Berücksichtigung dieser Zusammenhänge erweiterte das Forschungsteam drei gängige Modelle und kam zu seinem schockierendem Ergebnis: Das globale BIP pro Kopf, also die weltweite Wirtschaftsleistung geteilt durch die Weltbevölkerung, wird drastisch abnehmen.
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Kein Land der Welt wird profitieren
„Frühere Modelle gingen davon aus, dass die Volkswirtschaften in kalten Regionen der Welt, wie Russland und Nordeuropa, von wärmeren globalen Temperaturen profitieren würden“, schreibt Neal in. „Wir stellten jedoch fest, dass die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft so gravierend waren, dass alle Länder stark betroffen sein werden.“
Der Forscher appelliert dazu, die kurzfristigen Kosten von Klimaschutzmaßnahmen ins Verhältnis mit der drohenden Wirtschaftskatastrophe zu setzten. So liege ihren Forschungsergebnissen zufolge die optimale globale Erwärmung bei einem Gleichgewicht zwischen kurzfristigen Kosten und langfristigem Nutzen bei 1,7 Grad – ein Wert, der nur knapp über dem Pariser Klimaziel liegt.






