Nach mehreren gescheiterten Anläufen kommt der digitale Führerschein jetzt nach Deutschland: Ab dem 1. April können Autofahrer ihr Dokument per Smartphone nachweisen. Die neue Lösung soll den Alltag erleichtern – doch einige Fragen bleiben offen.

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Eigentlich sollte der digitale Führerschein bereits 2021 eingeführt werden. Doch technische Probleme zwangen das Bundesverkehrsministerium dazu, das Projekt des damaligen Verkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) auf Eis zu legen. Nun folgt ein neuer Versuch: Gemeinsam mit dem Kraftfahrt-Bundesamt und der Bundesdruckerei hat das Bundesverkehrsministerium eine App entwickelt, die den Führerschein auf das Handy bringt.

Digitaler Führerschein startet: So funktioniert er

Wer den digitalen Führerschein nutzen möchte, benötigt folgende Dinge:

  • Führerschein aus Plastik, Papierführerscheine funktionieren nicht
  • Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion (eID) sowie die PIN des Personalausweises
  • Smartphone mit NFC-Funktion
  • die App „ID Wallet“

Um den digitalen Führerschein zu beantragen, startet man die „ID Wallet“-App, wählt „Identität hinzufügen“ und anschließend „Online-Ausweis verwenden“. Dann hält man den Personalausweis per NFC ans Smartphone und gibt die sechsstellige PIN ein. Danach in der App „Digitaler Führerschein hinzufügen“ wählen und den Anweisungen zur Verifikation folgen – entweder per Foto-Ident mit Selfie oder durch eine Verknüpfung über Behördendaten.

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Der digitale Führerschein soll vor allem praktisch sein: Wer das Portemonnaie vergisst, hat das Dokument trotzdem dabei. Auch geht die Plastikkarte nicht mehr so leicht verloren.

Original muss bei Polizeikontrollen vorgelegt werden

Trotzdem ersetzt die App den klassischen Führerschein nicht vollständig. Sie ist bislang nur in Deutschland gültig, eine Anerkennung im Ausland bleibt offen. Ohne die deutsche Staatsangehörigkeit und ohne einen deutschen Führerschein bleibt die Plastikkarte Pflicht. Auch Mietwagenfirmen und Carsharing-Dienste müssen die digitale Variante erst noch akzeptieren. Das Original muss auch bei Polizeikontrollen weiterhin mitgeführt werden.

Die App startet zunächst in einer Pilotphase. Ausgewählte Teilnehmer können ihre Fahrzeugpapiere digital auf dem Smartphone speichern und in ersten Szenarien erproben. Ob sich der digitale Führerschein langfristig bewährt, wird sich jedoch erst in der Praxis zeigen.