Lange galt der Blobfisch als eines der unattraktivsten Lebewesen der Welt. 2013 wurde er sogar offiziell zum „hässlichsten Tier der Welt“ gewählt. Doch nun hat sich das Blatt für das Tiefseetier gewendet: Eine neuseeländische Umweltorganisation hat ihn zum Fisch des Jahres gekürt – eine späte Genugtuung für das ungewöhnliche Geschöpf.

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Die Organisation Mountain to Sea Conservation Trust führte die Wahl durch, bei der der Blobfisch satte 23 Prozent der Stimmen erhielt. Damit setzte sich das Tier mit dem wissenschaftlichen Namen „Psychrolutes marcidus“ gegen mehrere andere einheimische Fischarten durch. Er lebt in Tiefen zwischen 600 und 1.200 Metern im Südwestpazifik und verbringt sein Leben meist halb eingegraben im Meeresboden, wo er auf Beute wartet. Sein Körper besteht fast ausschließlich aus einer geleeartigen Masse, die ihm hilft, dem enormen Wasserdruck in der Tiefe standzuhalten.

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An der Wasseroberfläche jedoch verliert der Blobfisch seine Form – und sein unglücklicher Anblick mit knolliger Nase, hängenden Mundwinkeln und kleinen Äuglein brachte ihm seinen schlechten Ruf ein. In seiner natürlichen Umgebung sieht er hingegen deutlich unauffälliger aus.

Tiefseefische sind gefährdet: Bewusstsein soll gestärkt werden

Ein entscheidender Faktor für den Sieg des Blobfischs war die Unterstützung durch Moderatoren eines neuseeländischen Radiosenders, die in ihrer Sendung für ihn warben. „Andere Fische haben genug Schlagzeilen gemacht“, erklärten sie. „Der Blobfisch hat sein Leben lang still auf dem Meeresboden gewartet – jetzt war es an der Zeit, dass er endlich ins Rampenlicht rückt.“

Neben dem humorvollen Aspekt der Wahl hat die Kampagne auch eine ernste Seite: Der Blobfisch ist wie viele andere Tiefseefische gefährdet. Er fällt häufig dem Grundschleppnetzfischen zum Opfer, da er unbeabsichtigt als Beifang endet. Mountain to Sea Conservation Trust hofft, dass die Wahl das Bewusstsein für den Schutz der heimischen Fischarten stärkt.

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Insgesamt verzeichnete die Abstimmung eine hohe Beteiligung: Mehr als zehntausend Neuseeländer informierten sich über die nominierten Fischarten und ihre Bedrohungslage. Auf Platz zwei landete der Granatbarsch, ein weiterer Tiefseebewohner. Neun der zehn nominierten Fische gelten als gefährdet.