Amerikanische Tech-Milliardäre haben wohl noch nie so viel Macht besessen wie heute. Seit kurzem schaltet und waltet mit Elon Musk sogar einer von ihnen an der Seite von US-Präsident Donald Trump. Und auch Amazon-Chef Jeff Bezos und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sind nach der Biden-Präsidentschaft wieder in den Gunstkreis von Trump gerückt.

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Wie wechselhaft und exzentrisch ihre Chefs sind, davon erzählen Mitarbeiter der reichsten Menschen wegen Geheimhaltungsvereinbarungen nur selten. Umso wertvoller sind Whistleblower-Geständnisse wie von Facebook-Insiderin Sarah Wynn-Williams.
In ihrem neuen Enthüllungsbuch „Careless People“ (Sorglose Leute) berichtet sie von einer besonders skurrilen Episode. Demnach würden Mitarbeiter von Mark Zuckerberg ihn bei dem deutschen Brettspiel „Siedler von Catan“ absichtlich gewinnen lassen.
News aus den USA
Mark Zuckerberg geht gegen Veröffentlichung von Enthüllungsbuch vor
Und mehr noch: Als Wynn-Williams ihren Chef einmal in Siedler von Catan besiegt, habe der sie sogar beschuldigt, betrogen zu haben. Wynn-Williams, eine ehemalige neuseeländische Diplomatin, arbeitete sechs Jahre lang bis zu ihrer Entlassung 2017 bei Facebook. Als Leiterin der globalen Öffentlichkeitsarbeit war sie die Kontaktperson für internationale Regierungen.
Andere Stellen des Buches berichten von der extrem toxischen Firmenkultur bei Facebook, das. Kritisiert werden vor allem Zuckerberg und Sheryl Sandberg, die zweitmächtigste Führungsperson bis 2022 nach Zuckerberg. Auch deshalb versucht der Facebooks Mutterkonzern Meta gerade alles, um die Veröffentlichung des Buches zu behindern.
Wie die „New York Times“ berichtete, erwirkte das Unternehmen letzte Woche ein Eilurteil, das Wynn-Williams die Bewerbung und den Vertrieb ihres neuen Buches „Careless People“ untersagte. Eine Nichtverunglimpfungsklausel aus Wynn-Williams Abfindungsvereinbarung verbiete ihr das. Allerdings betreffe das Urteil nicht den Verlag des Buches, sodass das Buch weiter erhältlich ist.
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Meta soll Journalisten unter Druck gesetzt haben
Selbst Rezensenten bekommen Probleme mit Meta‘s Anwälten. Der Buchkritiker Ron Charles, der für die „Washington Post“ arbeitet, sei nach eigenen Angaben mehrere Male von einem PR-Manager von Meta kontaktiert worden, ob und wie er vorhabe, über das Buch zu schreiben. „In meinen 27 Jahren als Kritiker und Redakteur von Bücherrubriken in Zeitungen hat das noch nie ein Unternehmen mit mir gemacht“, schreibt Charles in seiner Rezension zu „Careless People“.
Seit der US-Wahl bemühen sich Zuckerberg, Bezos und andere Tech-Unternehmer um eine größere Nähe zu Präsident Trump. Nach dem Wahlsieg des Rechtspopulisten reisten Bezos, Zuckerberg und andere Konzernchefs aus der Tech- und Medienbranche nach Florida, um sich mit Trump in dessen Residenz in Mar-a-Lago zu treffen. Zuckerberg kündigte an, bei Facebook den Faktencheck in den USA einzustellen. Bei Trumps Vereidigung waren Bezos, Zuckerberg und andere Milliardäre wie der Trump-Vertraute Elon Musk als Ehrengäste dabei.
mit dpa









