Das dänische Unternehmen Post Nord hat im vergangenen Jahr den Vertrag mit dem Staat als Universaldienstleister verloren – nun kündigte es an, ab 2026 überhaupt keine Briefe mehr zu befördern. „Ende des Jahres wird Post Nord den letzten Brief zustellen“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Es werde sich „auf seine Rolle als führender Paket-Zusteller in Dänemark konzentrieren“. Von 4500 Stellen sollen 1500 wegfallen.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Post Nord erklärte, im vergangenen Jahr sei die Zahl der Briefe im Vorjahresvergleich um 30 Prozent zurückgegangen. Seit der Jahrtausendwende sei die Anzahl gar um 90 Prozent gesunken. Ab Anfang Juni werden somit in Dänemark 1500 Briefkästen verschwinden, eine 400-jährige Geschichte der Briefzustellung geht damit zu Ende. Die Briefträger von Post Nord werden am 30. Dezember 2025 die letzten Schreiben einwerfen. In der Mitteilung hieß es weiter, Dänemark sei eines der weltweit am stärksten digitalisierten Länder.

Dänischer Minister versichert: „Können weiterhin Briefe verschicken“

Der für die Post zuständige dänische Verkehrsminister Thomas Danielsen versicherte gegenüber der Nachrichtenagentur Ritzau: „Wir können auch weiterhin überall im Land Briefe verschicken und empfangen.“ Den Vertrag als Universaldienstleister hatte ein Konkurrent von Post Nord bekommen, das Unternehmen DAO. Schon jetzt ist die Briefzustellung in Dänemark teuer: Ein Brief innerhalb des Landes mit einer Lieferzeit von bis zu fünf Tagen kostet knapp vier Euro. Eine Postkarte nach Deutschland steht mit 6,70 Euro in den Büchern.

Das Logistikunternehmen Post Nord entstand 2009 aus dem Zusammenschluss des staatlichen dänischen Postunternehmens Post Danmark und dem schwedischen Posten AB. Dem dänischen Staat gehören 40 Prozent der Post Nord-Aktien, dem schwedischen Staat 60 Prozent.

Die Zahl der Briefsendungen geht überall zurück – die Deutsche Post hat am Donnerstag auch deswegen den Abbau von 8000 Stellen bis Jahresende angekündigt. In Großbritannien hat die Aufsichtsbehörde Ofcom vorgeschlagen, dass die Royal Mail die Briefzustellung auf fünf oder drei Tage pro Woche reduzieren könnte – das würde hunderte Millionen Pfund einsparen. 

AFP/dw