- Heute Abend wird im Finale von „Chefsache ESC 2025“ der deutsche ESC-Act ausgewählt
- Neun Acts treten an, um das Ticket für den Eurovision Song Contest in Basel zu lösen
- Wer kann überzeugen? Der große Check zum Vorentscheid
Deutschland sucht seinen Beitrag für den Eurovision Song Contest 2025 – und dabei mischt eine bekannte TV-Legende mit: Stefan Raab. Nach Jahren der Abstinenz kehrt der Entertainer zum ESC zurück und organisiert für RTL und ARD den Vorentscheid „Chefsache ESC 2025 – Wer singt für Deutschland?“.

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Bereits in der Vorrunde und im Halbfinale hat Raab mit seiner Jury 15 Acts aussortiert. Die verbliebenen 9 treten im Finale in der ARD an – nur einer fährt nach Basel. Wer das ist, entscheiden allein die Zuschauer. Doch wer geht überhaupt ins Rennen? Und wer hat das größte Potenzial? Diese Sängerinnen, Sänger und Bands wollen die ESC-Krone nach Deutschland holen.
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Abor & Tynna: Zwei Österreicher für Deutschland zum ESC?
Dass Künstler für ein anderes als ihr Heimatland beim ESC starten, ist nicht neu. Die Deutsch-Griechin Vicky Leandros holte 1972 für Luxemburg sogar den Sieg. Und, Überraschung: Auch Céline Dion stammt nicht aus der Schweiz.
In ihre Fußstapfen würden wohl auch Abor & Tynna gern treten. Die Geschwister aus Wien machen zusammen Musik, seit sie kleine Kinder sind. Beim ESC-Vorentscheid treten sie mit einer Mischung aus Pop, Hip-Hop und Elektronik an. Ihr Sound klingt nach moderner, deutscher Musik. Mit dem Song „Baller“ liefern sie einen echten Ohrwurm, der von allen Beiträgen wohl die besten Chancen auf eine gute Platzierung beim ESC hat – aber auch komplett floppen könnte.
Benjamin Braatz sorgt mit „Like You Love Me“ für 70er-Feeling
Benjamin Braatz liebt die 70er – und das sieht man dem 24-Jährigen aus Hagen auch an. Stilistisch bewegt er sich mit seinem Lied „Like You Love Me“ irgendwo zwischen den Beatles und Elton John. Es sind also große Vorbilder, die sich der Sänger ausgesucht hat. Er sagt: „Ich schreibe Melodien, die Leute auf dem Nachhauseweg noch pfeifen.“
Sein ESC-Song „Like You Love Me“ ist eingängig und massentauglich. Es fehlt aber an der Einzigartigkeit, die ihn zu einem ESC-Hit machen könnte. Und so wird es auch mit dem Pfeifen auf dem Nachhauseweg schwierig, denn bis dahin hat man „Like You Love Me“ längst wieder vergessen.
Cosby und „I‘m Still Here“: Geht das ESC-Konzept auf?
Die Münchner Band Cosby bringt alternativen Indie-Pop auf die Vorentscheidsbühne. Ihr Sound klingt international, ist gut produziert und massentauglich. Man merkt dem Quartett an, dass es sich auf der großen Bühne zu Hause fühlt und auf Festivals überzeugen kann.
Mit dem Lied „I‘m Still Here“ kommt zudem noch eine emotionale, persönliche Note dazu. Ein Gesamtkonzept, das beim ESC aufgehen könnte. Allerdings sprang im Halbfinale der Funke noch nicht ganz über. Vielleicht gelingt das ja im Finale am Samstag.
„Knightparty“: Feuerschwanz gehen als Favoriten ins Rennen
Die Mittelalterband Feuerschwanz gehört zu den großen Favoriten im ESC-Vorentscheid. Kein Wunder, denn die Gruppe bietet vieles, was beim Song Contest als Erfolgsrezept gilt: Sie ist laut, auffällig, skurril und bietet einen Sound, der im Ohr bleibt. Mit einem ähnlichen Konzept fuhren 2023 Lord of the Lost für Deutschland zum ESC – und landeten auf dem letzten Platz. Kann es bei Feuerschwanz anders laufen?
Ihr Song „Knightparty“ hat Potenzial, könnte aber auch am Zeitgeist vorbeigehen: Ähnliche Lieder erreichten beim ESC vor allem in den Nullerjahren gute Platzierungen. Zudem ist das Lied sehr repetitiv, wiederholt immer wieder dasselbe Wort „Knightparty“. Fazit: Chancen beim ESC sind da, aber auch Chancen auf ein sehr schlechtes Abschneiden. Ist Deutschland bereit, dieses Risiko einzugehen?
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Julika will mit „Empress“ zum ESC
Julika tritt im ESC-Vorentscheid mit dem unkonventionellen Song „Empress“ („Kaiserin“) an. Inhaltlich könnte er von der unglücklichen Kaiserin Elisabeth („Sisi“) handeln – dreht sich aber um Julikas eigene Erfahrungen mit Depressionen. Das Lied ist düster und das wohl außergewöhnlichste in der diesjährigen Auswahl, gleichzeitig fehlt ihm der nötige Aufbau, der für Spannung sorgt: „Empress“ plätschert eher vor sich hin.
Mit einer passenden Inszenierung könnte der Song auf der ESC-Bühne aber dennoch überzeugen – im Halbfinale war es vor allem Julikas Stimme, die herausstach. Alles, was um sie herum auf der Bühne passierte, war dagegen eher Regionalliga. Hat das Team um Stefan Raab diese Probleme bis zum Finale ausgemerzt?
Leonora: Gute Laune auch im ESC-Finale?
In der Vorrunde sorgte Leonora mit einem Gute-Laune-Song für Stimmung. Im Halbfinal überraschte sie dann mit einem deutlich getrageneren Song, den sie zum Teil selbst am Klavier begleitet. Ohne Zweifel: Die junge Frau hat Talent – aber ihr Lied „The Bliss“ passt eher in eine Pianobar oder das Foyer eines Hotels, als auf die ESC-Bühne.
Leonora hätte wohl besser daran getan, auch bei ihrem ESC-Song voll auf Power und gute Laune zu setzen. Mit „The Bliss“ kann sie zwar zeigen, was sie als Sängerin kann. Für den ESC fehlt aber leider der Wow-Faktor.
Lyza bekommt für „Lovers On Mars“ Unterstützung vom ESC-Experten
Die noch recht unerfahrene Sängerin Lyza hat sich für ihren ESC-Song „Lovers On Mars“ einen ESC-Experten ins Boot geholt: Der Produzent Thomas Stengaard war schon an diversen ESC-Hits beteiligt, unter anderem am Siegersong „Only Tearsdrops“ von 2013 und „You Let Me Walk Alone“, mit dem Michael Schulte sich die beste deutsche Platzierung seit Lena sicherte. Doch auch bei den Sisters, die 2019 für Deutschland ins Rennen gingen und ganz hinten landeten, war er mit an Bord.
Der Song, mit dem er dieses Jahr ins Rennen geht, ist ein moderner, poppiger Ohrwurm mit Country-Elementen. Er erinnert an Beiträge der beim ESC zuletzt zu Recht sehr erfolgreichen Schweden, ist gut produziert und eingängig. Zwar fehlt ihm das Besondere, dass etwa „Only Teardrops“ zum Sieg geführt hat. Doch dass man das durch eine gute Show ausgleichen kann, haben beim ESC schon einige, vor allem schwedische Acts gezeigt. Sollte „Lovers On Mars“ Deutschlands ESC-Song werden, gäbe es in Sachen Performance aber noch einiges zu tun.
Moss Kena: Stefan Raab ist beeindruckt
Moss Kena hat schon mal einen großen Fan: Stefan Raab. Der Jury-Chef zeigte sich in der Vorrunde begeistert von dem britischen Sänger, der inzwischen in Berlin lebt und schon mit deutschen Musik-Größen wie „Purple Disco Machine“ und „Alle Farben“ zusammengearbeitet hat.
Keine Frage: Kena ist ein Star. Umso trauriger, dass er im ESC-Vorentscheid mit einer vor sich hin tröpfelnden, wenig innovativen Pop-Ballade ins Rennen geht. Punkte könnte es beim Song Contest allerdings von den Jurys geben, die Deutschland in den vergangenen Jahren allgemein wohlgesonnener waren als die Zuschauerinnen und Zuschauer.
The Great Leslie: Briten-Pop für Deutschland?
In der Vorrunde sorgte die Band The Great Leslie mit einer skurrilen Version von „Fix You“, im Original von Coldplay, für gute Laune. Die Band hat Erfahrung, nimmt sich selbst nicht zu ernst und überzeugt in Interviews mit viel Charme.
Das große Problem: „These Days“ klingt einfach nicht nach ESC. Es wäre interessant zu sehen, wie das Lied beim Song Contest ankommt – aber eben auch ein großes Risiko. Ein weiterer Punkt: Die Band stammt aus Großbritannien und klingt eben auch extrem britisch. Womöglich zu britisch für Deutschland?






