Chinas Porzellanexport blickt auf eine lange und bedeutende Tradition, die bis in die Tang-Dynastie (618–907 n. Chr.) zurückreicht. Insbesondere während der Ming- und Qing-Dynastien (14.–20. Jahrhundert) erlangten die kunstvoll gefertigten Stücke weltweit Anerkennung. Charakteristisch für das chinesische Porzellan waren filigrane Muster in Blau und Weiß, die über die Seidenstraße sowie später über maritime Handelsrouten in den Nahen Osten, nach Europa und in weitere Teile der Welt gelangten.

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Archäologen haben nun in Jerusalem ein besonderes Zeugnis dieses Handels gefunden. Auf dem Berg Zion fanden die Forscher eine Porzellanscherbe mit einer chinesischen Inschrift. Es ist die älteste gefundene chinesische Schrift in Israel. Auf der Keramik steht: „Wir werden die ewige Quelle für immer bewahren“.
Den Fund datieren die Forscher auf einen Zeitraum zwischen 1520 und 1570. Er wurde im Rahmen einer dreijährigen gemeinsamen Ausgrabung der Israelischen Altertumsbehörde (IAA) und des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft (GPIA) gemacht. Geleitet wird das Projekt vom deutschen Archäologen Dieter Vieweger.
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Überraschende Handelsbeziehung vor 500 Jahren zwischen China und Israel
Die Mehrheit der bisher gefundenen Artefakte stammt aus der byzantinischen Epoche sowie aus der Zeit des zweiten jüdischen Tempels, also aus einer mehr als 1500 Jahre zurückliegenden Vergangenheit. Umso erstaunlicher war für die Archäologen die Entdeckung einer Tonscherbe aus dem 16. Jahrhundert – und noch überraschender: Sie stammt aus China.
Während der Vorbereitungen für die kommende Grabungssaison fiel dem Archäologen Michael Chernin ein farbenfrohes Objekt auf, das aus der Erde herausragte. Nachdem er die Scherbe gereinigt hatte, erkannte er eine Inschrift. Dr. Anna de Vincenz, Spezialistin für Keramik, identifizierte die Schrift als Chinesisch. Jingchao Chen von der Hebräischen Universität Jerusalem entschlüsselte den Text schließlich, berichten die IAA in einer Mitteilung.
Laut historischen Aufzeichnungen gab es im 16. Jahrhundert enge Handelsbeziehungen zwischen dem chinesischen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich, das damals das Gebiet des heutigen Israel beherrschte. In den Annalen der Ming-Dynastie sind etwa 20 offizielle osmanische Delegationen nach Peking dokumentiert. Auch Reiseberichte jener Zeit, wie die des chinesischen Gelehrten Ma Li, erwähnen Handelskolonien in Städten wie Beirut, Tripoli, Jerusalem und Kairo.
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Archäologen: Was sie bei diesem Fund wirklich überrascht hat
„In der archäologischen Forschung sind bereits aus früheren Zeiten Hinweise auf Handelsbeziehungen zwischen Kaufleuten im Land Israel und im Fernen Osten bekannt – beispielsweise für verschiedene Gewürze“, zitiert das Statement Eli Escusido, den Direktor der IAA. „Aber es ist faszinierend, Beweise für diese Beziehungen auch in Form einer tatsächlichen Inschrift in chinesischer Sprache und an einem unerwarteten Ort zu finden – auf dem Berg Zion in Jerusalem.“








