- Am Donnerstag kam es in der Schweiz zu einem schweren Reisebus-Unfall
- Mehrere Menschen starben, weitere wurden verletzt
- Eine Expertin erklärt, worauf man vor dem Buchen einer Fahrt achten sollte
Bei einem schweren Busunfall in der Schweiz sind am Donnerstag mehrere Menschen ums Leben gekommen, weitere wurden verletzt. Ein Reisebus stieß zwischen Susch und Zernez im Kanton Graubünden gegen eine Leitplanke und kam von der Straße ab. Die genaue Zahl der Opfer war zunächst unklar.
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Im August ereigneten sich gleich zwei schwere Busunfälle: Bei einem Unglück in Ungarn kamen zwölf Menschen ums Leben, ersten Erkenntnissen zufolge soll der Fahrer eingeschlafen sein. Bei einem weiteren Busunfall in den Niederlanden wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch deutsche Schüler. Schon im Juli kam ein Flixbus auf dem Weg nach Berlin von der Fahrbahn ab, elf Menschen wurden leicht verletzt.
Doch kann man jetzt überhaupt noch unbesorgt Bus fahren? Das erklärt Lisa Falkenberg vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat
Reisebus: Expertin gibt Tipps, worauf man achten sollte
„Der Reisebus ist eine gute und komfortable Angelegenheit“, sagte Falkenberg dieser Redaktion auf Anfrage. Allerdings sei es aus ihrer Sicht wichtig, dass sich die Fahrgäste vorher genau über das Reiseunternehmen informierten. „Um es so zu sagen: Das eine ist die Qualität, das andere sind die günstigen Preise.“ Doch sie wisse ja, wie es ist: „Man möchte eben auch gerne mal günstig verreisen.“

Laut Falkenberg sei es wichtig zu wissen: „Wie qualifiziert sind die Mitarbeiter des Reiseunternehmens? Aber auch: Wie gut in Schuss sind die Fahrzeuge?“ Heiner Sothmann von der Deutschen Verkehrswacht sieht das ähnlich. Die Sicherheit im Reisebus hänge von technischen Voraussetzungen ab, aber auch davon, wie fit der Busfahrer ist. Ist er müde, schaut er aufs Smartphone?
Auf Verbraucherportalen im Internet finden sich Ratschläge wie: Vor dem Einsteigen in den Bus einen Blick auf die Plaketten für Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung werfen und gucken, ob sie gültig sind. Oder an der Reifenflanke ablesen, ob die Reifen noch genutzt werden dürfen.
Busreise: „Lieber mal bei Bekannten nachhören“
Das Gros der Fahrgäste wird dafür sicher nicht den Kopf frei haben. Überhaupt sei es für den Laien „relativ schwierig“, an Informationen zur Sicherheit und Qualität zu kommen, so Falkenberg vom Verkehrssicherheitsrat. Die Expertin empfiehlt, sich zunächst einmal auf der Webseite schlauzumachen. Doch da bekäme man auch nicht so viel heraus. Deshalb, so Falkenberg: „Lieber mal bei Bekannten nachhören, was sie für Erfahrungen gemacht haben.“
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Laut TÜV gelten Busse als „sicheres Verkehrsmittel“, wie es auch im Report von 2026 steht. Gleichzeitig zeigt der Report: Der technische Zustand der Fahrzeuge hat sich zuletzt verschlechtert. Bei den Untersuchungen aus den Jahren 2024 und 2025 fiel fast jeder fünfte Bus wegen erheblicher oder gefährlicher Mängel durch die Hauptuntersuchung.
„Viele Unternehmen in der Personenbeförderung stehen unter einem erheblichen wirtschaftlichen Druck“, sagt Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband.. „Das führt offenbar dazu, dass sie der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge nicht die nötige Aufmerksamkeit widmen. Das geht über kurz oder lang zulasten der Verkehrssicherheit.“

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Dass Busfahren über die Jahre sicherer geworden ist, liege an der verbesserten Technik, da sind sich die Verkehrsexperten einig: Moderne Busse sind heutzutage mit zahlreichen klugen Systemen ausgestattet. Seit Juli 2022 müssen neue Busse per Gesetz unter anderem über Abbiegeassistent, Rückfahrassistent und Müdigkeitswarner verfügen. Für alle Neuwagen sind bereits Spurhalte- und Notbremsassistenten Pflicht.
Reisebus: Diese Regeln gelten beim Busfahren
Ein wichtiger Punkt zur verbesserten Sicherheit ist das Anschnallen, auch hier herrscht Einigkeit unter den Experten. Die Gurtpflicht für Reisebusse wurde in Deutschland zum 1. Januar 1999 gesetzlich verankert. Seit dem 1. Oktober 1999 sind die Hersteller von Reisebussen verpflichtet, ihre Fahrzeuge mit Gurten auszurüsten.
Aber was ist mit älteren Bussen? Eine Nachrüstpflicht für in die Jahre gekommene Fahrzeuge gibt es wegen technischer und wirtschaftlicher Probleme nicht, so die Rechtsexperten der Ergo-Versicherung. Die Gurtpflicht gilt seit 2006 innerhalb der gesamten Europäischen Union.

Der Busfahrer, so will es die Straßenverkehrsordnung, muss seine Passagiere auf die Anschnallpflicht hinweisen. Allerdings sei das so eine Sache, sagt Sothmann von der Deutschen Verkehrswacht. „Mit der Anschnallmoral ist es oft nicht so weit her.“ Bei älteren Leuten schon eher. Aber wenn Schulklassen unterwegs sind, sehe das anders aus. Der „Bewegungsdrang“ hindere die Schüler oft daran, den Gurt anzulegen.
Schwere Busunglücke führten zur Anschnallpflicht
Hintergrund der gesetzlichen Pflicht zum Anschnallen waren einige schwere Busunglücke in den 90er-Jahren. Der schwerste Unfall ereignete sich am 6. September 1992 bei Donaueschingen. Nach einem Zusammenstoß mit einem Pkw kam ein Reisebus von der Fahrbahn ab und knallte gegen eine Leitplanke. 21 Menschen starben, 32 weitere wurden verletzt. Am 5. September 1993 geriet ein Bus auf der A2 bei Magdeburg ins Schleudern, kippte auf die Mittelleitplanke und wurde teilweise aufgerissen. Vier Reisende starben bei diesem Unfall.
Dieser Artikel erschien in abgewandelter Fassung erstmals im März 2024.







