In Südostasien wurden heute Morgen die Menschen überrascht. Ein Erdbeben der Stärke 7,7 erschütterte die Region. In Myanmar werden viele Opfer befürchtet, und auch in Thailand gibt es mehrere Tote. Seismologen kennen durchaus die Orte, an denen das Risiko für Erdbeben hoch ist. Sie wissen auch, welche Ausmaße die Erschütterungen dort annehmen können und ob die Wahrscheinlichkeit dafür ansteigt. Es gibt aber kein System, das vorhersagen kann, wann genau die Erde bebt. Das sagt auch GFZ-Forscher Oliver Heidbach auf Anfrage: „Es ist unmöglich, den genauen Zeitpunkt eines Bebens vorherzusagen.“
Erdbeben: Keine Vorhersage, kaum Frühwarnung
Vor Erdbeben gewarnt werden können Bewohner erst, wenn die Beben schon losgebrochen sind. Die Daten zum Beben müssen dann bis in die umliegenden Orte übertragen werden, bevor diese von der seismische Welle erreicht werden. Bei den bisherigen Systemen sei die Datenübertragung zwischen 30 und 60 Sekunden schneller. „Dann kann man vielleicht gerade noch die Gasleitung abschalten und U-Bahn anhalten“, meint Heidbach.
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Laut GFZ-Seismologe Marco Bohnhoff würden Geologen für die genaue Vorhersage eines Erdbebens zu wenig „über die komplizierten tektonischen Prozesse, die kilometertief unter unseren Füßen auftreten“ wissen. Beben würden entstehen, wenn die Energie, die durch die Reibung von Gestein entsteht, die Festigkeit des Gesteins überschreite. „Dann läuft der Bruch los und wächst zu einem Megabeben – oder nicht“, beschreibt Bohnhoff auf der Webseite des GFZ.

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Geologen können laut Bohnhoff diesen Prozess simulieren, indem sie Gesteinsstücke im Labor kontrolliert verformen. „Aber zwischen einem Stück Stein in einer Presse und zig Quadratkilometer großen Bruchflächen in der Erdkruste ist ein riesiger Unterschied“, sagt Bohnhoff. Für eine realistische Simulation fehlten Daten von den tektonischen Plattengrenzen.
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GFZ-Experte fordert teure Forschungsstationen am Meeresboden
Um diese Daten zu beschaffen, schlägt Bohnhoff mit weiteren Forschern vor, besondere Observatorien an Erdbeben-Hotspots zu bauen. Diese müssten mit verschiedenen Messgeräten am Meeresboden errichtet werden. Zwischen mehreren hundert Millionen und einer Milliarde Euro könnten zehn solcher Observatorien kosten, schätzt Bohnhoff. Mit denen könnten Forscher die gefährdeten Gebiete wie die Türkei oder Kalifornien genau überwachen, um langfristig Daten für eine Vorhersage zu gewinnen.





