- Im 20. Jahrhundert wurden die Pocken durch eine gezielte Impfkampagne weltweit ausgerottet
- Bei Mpox fragen sich nun viele Menschen: Schützt die alte Impfung eventuell auch noch heute?
- Eine Risikogruppe sollte sich gegen Mpox impfen lassen
Mehrere Mpox-Ausbrüche in Afrika und eine neue womöglich gefährliche Variante bedrohen die öffentliche Gesundheit weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb die höchste Alarmstufe ausgerufen. Sie erklärte eine „Gesundheitliche Notlage internationaler Reichweite“ (PHEIC).

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Mpox, früher Affenpocken genannt, sind eng mit den sogenannten echten Pocken verwandt – einer Krankheit, die dank einer weltweiten Impfkampagne seit dem Jahr 1980 als ausgerottet gilt. Laut dem RKI lassen sich aus ihrer Bekämpfung Schlüsse ziehen, die gegen die Verbreitung von Mpox helfen können. Eine spezielle Therapie gegen die Krankheit gibt es nämlich nicht.
Mpox: „Normale“ Pockenimpfung schützt gut
Während der Impfkampagne gegen die echten Pocken wurde vielen Menschen das Vaccinia-Virus verimpft. Es ist dem Erreger der Pocken so ähnlich, dass er Geimpfte auch gegen die Pocken schützt. Diese sogenannte Kreuzprotektion ist zu 85 Prozent bei Mpox wirksam. Geimpfte zeigten laut RKI leichtere Krankheitsverläufe als ungeimpfte Personen.
Allerdings: Die Impfkampagne der WHO wurde zwischen 1967 und 1980 durchgeführt. Pockenimpfungen liegen also mindestens 40 Jahre zurück, der Impfschutz lässt nach. Außerdem zeigt der Vaccinia-Virus-Lebendimpfstoff hohe Nebenwirkungen: Bei einem von einer Million Geimpften gab es laut RKI tödliche Komplikationen im Zusammenhang mit der Pockenimpfung.
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Bundesregierung hat Impfdosen eingelagert
In der Bundesrepublik Deutschland war die Pocken-Impfung bis 1975 für Einjährige Pflicht. Noch länger gab es die Impfpflicht in der DDR: Dort wurde die Impfpflicht erst 1982 aufgehoben. Sichtbar ist das bei vielen Menschen bis heute: Da die Pocken-Impfung an der Injektionsstelle eine lokale und „geplante“ Pocken-Infektion hervorrief, entstanden dort Pusteln. Diese sind bei vielen Menschen, die damals geimpft wurden, noch als runde Narbe am Oberarm zu erkennen.
Und auch, wenn die letzten Pocken-Impfungen in Deutschland rund 40 Jahre zurückliegen: Bis heute lagert die Bundesregierung etwa 100 Millionen Dosen eines älteren Pockenimpfstoffs ein. Zwei Millionen Dosen davon wurden allerdings der WHO gespendet. Außerdem sei das Vakzin laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen nicht zum Einsatz gegen Affenpocken geeignet.
Stiko empfiehlt Mpox-Impfung für Risikogruppen
Empfohlen wird die Mpox-Impfung Menschen ab 18 Jahren, die engen körperlichen Kontakt mit einem Infizierten, beispielsweise durch Sex, hatten. Sie sollten so früh wie möglich in einem Zeitraum von bis zu 14 Tagen mit dem Pockenimpfstoff behandelt werden. Gleiches gilt für Laborpersonal nach ungeschütztem Kontakt zu kontaminierten Proben. Zudem wird Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko die Impfung empfohlen.
Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Grundimmunisierung gegen Mpox Personen aus der Risikogruppe ab 18 Jahren, die in der Vergangenheit keine Pocken-Impfung erhalten haben. Die Impfung erfolgt mit zwei Impfstoffdosen Imvanex/Jynneos (MVA-BN) im Abstand von mindestens 28 Tagen.
Mpox-Impfung: Impfstoff Jynneos wird in Deutschland verwendet
Der Impfstoff Imvanex ist zum Schutz vor Pocken seit 2013 in Deutschland und seit Juli 2022 auch für den Schutz vor Mpox/Affenpocken zugelassen. In den USA ist der identische Impfstoff unter dem Namen Jynneos und in Kanada unter dem Namen Imvamune bereits seit mehreren Jahren gegen Mpox zugelassen.
Bei Imvanex, Jynneos und Imvamune handelt es sich um einen im Menschen nicht vermehrungsfähigen Lebendimpfstoff, der auf einem abgeschwächten Vacciniavirus (modifiziertes Vaccinia-Virus Ankara (MVA-Impfstoff)) beruht. Derzeit steht in Deutschland der Impfstoff Jynneos zur Verfügung.
Das steckt hinter der Umbenennung in Mpox
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit November 2022, die englische Bezeichnung „Monkeypox“ in „Mpox“ zu ändern. Hintergrund ist nach Angaben der WHO, dass die Bezeichnung „Monkeypox“ (Affenpocken) als rassistisch wahrgenommen werden kann. Das Robert Koch-Institut (RKI) folgte dieser Empfehlung. Seitdem hat sich der Begriff „Mpox“ in der öffentlichen Diskussion weitgehend durchgesetzt. Nur vereinzelt taucht der Begriff Affenpocken noch in Datenbanken, bei Behörden oder in Mitteilungen auf.
Generell sollen nach den Vorgaben der WHO bei Namen für Krankheiten Hinweise auf bestimmte Länder, Regionen oder Tiere vermieden werden. Zudem soll der Name leicht aussprechbar sein.
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