- Seit dem Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca wird immer wieder der Vergleich zur Antibabypille gezogen
- Denn: Thrombosen gehören zu den möglichen Nebenwirkung der Pille
- Wir erklären, warum der Vergleich der beiden Mittel dennoch falsch ist
Es ist der nächste Rückschlag im Rennen gegen das Coronavirus. Seit Montag sind in Deutschland Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin vorerst pausiert. Grund dafür sind sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen, die vier bis 16 Tage nach der Verabreichung des Astrazeneca-Impfstoffs auftraten. Drei von ihnen verliefen tödlich, teilte das Paul-Ehrlich-Institut mit. Bei allen sechs Fällen seien Frauen in jüngerem bis mittleren Alter betroffen gewesen.
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Noch ist keinesfalls gesichert, dass die Astrazeneca-Impfung wirklich die Ursache für die Hirnvenenthrombosen ist. Fachleute wie SPD-Gesundheitsexperte und Medizinier Karl Lauterbach sprechen aber von einer großen Wahrscheinlichkeit.
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Astrazeneca: Woher kommt der Vergleich mit der Antibabypille?
Bei einer Hirnvenen- oder Sinusvenenthrombose werden wichtige Blutgefäße im Gehirn durch Blutgerinnsel verstopft. Der Transport von sauerstoffarmem Blut Richtung Herz ist dadurch gestört. Es kommt zu einem Druckanstieg im Hirn. Sinusvenenthrombosen sind sehr selten. Experten wie der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Peter Berit, sprechen von einem Fall pro 100.000 Einwohnern im Jahr.

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Im Internet wird nun darüber diskutiert, dass die Antibabypille viel häufiger Thrombosen bei Frauen verursache. So schreibt zum Beispiel Katharina Barley (SPD), Vizepräsidentin des EU-Parlaments, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?"
Thrombose ist nicht gleich Thrombose
Es ist korrekt, dass die Einnahme der Antibabypille das Thrombose-Risiko für Frauen erhöht. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegt es bei Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmittel nehmen, bei zwei zu 10.000. Unter Frauen, die mit Hormon-Medikamenten verhüten, ist das Risiko für Thrombosefälle je nach Wirkstoff der Pille laut BfArM bis zu sechsmal höher.
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Allerdings geht es dabei um venöse Thrombosen insgesamt.
- Diese Blutgerinnsel treten viel häufiger in den Beinen oder im Beckenbereich auf.
- Im besten Fall muss es dabei nicht einmal zu Symptomen kommen.
- In Einzelfällen löst sich aber auch das Blutgerinnsel und wandert in die Lunge. Dann kann es bei einer Lungenembolie auch lebensgefährlich werden.
- Am häufigsten aber kommt es zu Schmerzen in den Beinen und Schwellungen.
Daher befand auch Mediziner Lauterbach mit Blick auf den Astrazeneca-Impfstoff im Deutschlandfunk: "Die Thrombosen, die es nach Einnahme der Pille gibt, sind nicht in der Schwere vergleichbar mit den Thrombosen, über die wir hier sprechen." Lesen Sie hier: Lauterbach als Gesundheitsminister? Fans fordern Jobwechsel
(dpa/afp/fmg)




