Liebe Leserin, lieber Leser,
elf Tage ist es nun her, dass ein islamistischer Attentäter einen Anschlag auf den Christopher Street Day verübte und dabei eine Frau tötete und 31 Menschen zum Teil schwer verletzte. Ab heute soll ein neuer Baum daran erinnern. Er soll den Baum ersetzen, der in Folge des Anschlags im Tiergarten gefällt wurde, teilte das Bezirksamt Mitte mit.
Der neue Baum, ein französischer Ahorn, erhalte ein Metallgitter, damit Menschen dort Blumen, Fotos oder Botschaften anbringen können. Daneben soll eine Bank in den Farben des Regenbogens aufgestellt werden – als Zeichen der Solidarität mit den CSD-Teilnehmern und als Symbol für eine offene, demokratische Gesellschaft.
Neues aus Berlin
Die kaum noch bezahlbaren Mieten in Berlin haben viele Folgen: Sie führen zu einer fortschreitenden Gentrifizierung von Stadtquartieren, sie verschärfen die Schulden- und Armutsproblematik in den Bezirken und schränken den Lebensstandard ein. Sie wirken sich aber auch auf die Wirtschaft aus.
Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK), die sich auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit beruft, sind in Berlin mehr als 5000 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Wahrscheinlich liegt die tatsächliche Zahl noch deutlich höher, weil 44 Prozent der Ausbildungsbetriebe ihre freien Plätze nur selten oder gar nicht an die Bundesagentur für Arbeit melden.
„Gefragt nach den Gründen für unbesetzte Ausbildungsplätze“, schreibt unser Wirtschaftsreporter Helge Denker, „sagen mehr als die Hälfte der Betriebe (52 Prozent), dass keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. Bei einem Drittel (34 Prozent) wurde der Ausbildungsvertrag vorzeitig (in der Probezeit) gelöst, bei 28 Prozent hatte der Azubi diesen Vertrag gelöst. Bei 15 Prozent gingen keine Bewerbungen ein, bei 13 Prozent erschien der Azubi nach der Zusage nicht.“
Und der Hintergrund für diese Quoten ist der Wohnungsmarkt. Denn wo es an bezahlbaren WGs oder Wohnungen für Azubis fehlt, bleiben auch die Bewerbungen aus. Zwei von drei Azubis (65 Prozent) hätten Bedarf an Wohnraum in Berlin, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Sie sieht „dringenden Handlungsbedarf für die nächste Landesregierung“.
Was sich Berlins Mieterinnen und Mieter, die gegen marode Wohnungen, Intransparenz und steigende Preise kämpfen, vom kommenden Senat erhoffen, haben Miriam Schaptke und Isabell Jürgens recherchiert.
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Ihr Felix Müller
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