Die Sicherheitsdienste am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) an der Turmstraße (Moabit) sowie an der Erstregistrierungsstelle an der Bundesallee (Wilmersdorf) werden ausgetauscht – allerdings nicht sofort. Das teilte die zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) am Freitag mit. Sie habe beschlossen, die Sicherheitsleistungen an den Berliner Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge neu auszuschreiben, heißt es in einer Presseerklärung. Nach Auskunft eines Sprechers wird diese Ausschreibung mehrere Monate Zeit benötigen.
Sicherheitsmann hetzte im Nazi-Jargon
In den vergangenen Tagen hatten etliche Politiker gefordert, den bislang von der Firma Gegenbauer gestellten Sicherheitsdienst am Lageso auszutauschen. Anlass waren Hetztiraden eines Mitarbeiters gegen Flüchtlinge in üblem Neonazi-Jargon. Vor einigen Wochen wurde der Sicherheitsdienst heftig wegen einer Prügelattacke kritisiert. Beide Vorgänge wurden auf Video festgehalten.
„Aufgrund der aktuellen Diskussion besteht die Gefahr, dass sich der Fokus ausschließlich auf die Sicherheitsdienste konzentriert. Es ist jedoch wichtig, die gesamte Aufmerksamkeit und Kraft auf das Wohl der Flüchtlinge zu lenken. Deshalb sind wir zu der Entscheidung gelangt, die Sicherheitsdienstleistung neu auszuschreiben“, sagte BIM-Geschäftsführer Sven Lemiss.
Gegenbauer werde bis zur Entscheidung der Neuvergabe alle Aufgaben und Pflichten weiterhin ausführen. Dazu gehöre auch die Umsetzung des Anfang der Woche beschlossenen neuen Sicherheitskonzeptes.
Qualitätsmanager, Gruppenleiter und Deeskalationsteams
Das sieht dynamische Trupps von bis zu zehn Mitarbeitern vor, die nach Einsatzplan agieren und einen Gruppenleiter an der Spitze haben. Außerdem sind inzwischen zwei Deeskalationsteams mit je fünf Mitarbeitern vor Ort. Und schließlich wurde ein Qualitätsmanager eingesetzt, der auch Schulungen anbietet. Später sollen noch eine erweiterte Videoüberwachung und ein besseres Beleuchtungskonzept hinzukommen.




