Flüchtlinge

Lageso: Streit zwischen Flüchtlingen und Security eskaliert

Im und vor dem Lageso ist ein Streit zwischen Flüchtlingen und einem Sicherheitsmitarbeiter eskaliert. Es gab mehrere Verletzte.

Flüchtlinge warten am 21. September vor dem Lageso in Berlin

Flüchtlinge warten am 21. September vor dem Lageso in Berlin

Foto: Paul Zinken / dpa

Ein Streit zwischen einer Flüchtlingsfamilie und einem Sicherheitsdienstmitarbeiter der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Moabit hat Dienstagnachmittag einen Polizeieinsatz ausgelöst.

Gegen 16 Uhr soll der 25 Jahre alte Mitarbeiter eine Familie des Gebäudes in der Turmstraße verwiesen haben, weil diese sich zunächst lautstark untereinander gestritten haben soll und trotz Hinzuziehung eines Sprachmittlers nicht beruhigen ließ.

Beim Herausführen aus dem Gebäude soll im weiteren Verlauf ein einjähriges Mädchen auf einer Treppe gestürzt sein, woraufhin sich eine Auseinandersetzung zwischen dem Sicherheitsdienst und der Familie entwickelt haben soll, teilte die Polizei mit.

100 Wartende mischen sich ein

Nachdem die Personen das Gebäude verlassen hatten, erfuhr eine Gruppe von etwa 100 wartenden Asylbewerbern von dem Streit. Sie stiegen teilweise lautstark schreiend über die Umzäunung, um in das Gebäude zu den Sicherheitsdienstmitarbeitern zu gelangen.

Herbeigeeilte Polizisten setzten Pfefferspray ein, um die aufgebrachten Personen daran zu hindern, in das Gebäude zu laufen. Bei der anschließenden Auseinandersetzung warfen die aufgebrachten Menschen einen Stuhl auf die Beamten und beschädigten ein Polizeifahrzeug.

Als weitere alarmierte Polizisten an der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber eintrafen, löste sich die Gruppe auf.

Ermittlungen wegen Körperverletzung und Landesfriedensbruchs

Zwei Männer mussten am Ort wegen Augenreizungen behandelt werden. Darüber hinaus wurde ein 24 Jahre alter Sicherheitsdienstmitarbeiter durch einen Faustschlag ins Gesicht leicht verletzt. Hierzu ermittelte die Polizei einen gleichaltrigen Tatverdächtigen, der sich nun wegen Körperverletzung verantworten muss.

Darüber hinaus wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Der 24-jährige Sicherheitsdienstmitarbeiter sieht einem Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung entgegen.

Auch am Montag hatten sich etwa 600 Asylbewerber vor dem Lageso gedrängt. Ab 14 Uhr konnten keine neuen Wartenummern mehr ausgegeben werden. Die Polizei musste anrücken, wie häufig in den Tagen zuvor auch. Zeitweilig forderten die Flüchtlinge in Sprechchören Asyl und stürmten die Absperrungen.