Rüstig schreitet Hertha BSC voran bei der Planung der neuen Spielzeit. Heute wird John Heitinga, 30, in Berlin erwartet zur medizinischen Untersuchung und Vertragsunterschrift. Der niederländische Nationalspieler hat Hertha-Trainer Jos Luhukay nach einem langen Gespräch in Amsterdam bereits eine mündliche Zusage gegeben. Nun sollen die Formalitäten erfüllt werden.
Heitinga kommt ablösefrei vom FC Fulham, Absteiger aus der Premier League (zuletzt unter Trainer Felix Magath). Heitinga akzeptiert bei Hertha einen Vertrag mit einem – gemessen an seiner Vita – bescheidenen Grundgehalt. Dafür bekommt Heitinga sehr, sehr hohe Einsatzprämien. Das ist bemerkenswert, weil der Verteidiger damit ins Risiko geht. Meist ist es so, dass gerade ältere Spieler auf ein hohes Grundgehalt pochen. Das Risiko, wenn sie verletzt sind oder nicht aufgestellt werden, liegt dann beim Verein.
Heitinga kommt vom FC Fulham
Heitinga jedoch akzeptierte ein anderes Modell. Das spricht für ein gesundes Selbstvertrauen. Heitinga, 1,80 Meter groß, ist ein knallharter Manndecker. Seine Stationen: Ajax Amsterdam (2001–08), Atletico Madrid (2008/09), FC Everton (2009-2014), FC Fulham (2014). Heitinga hat 87 Länderspiele absolviert. In Erinnerung ist seine Gelb-Rote Karte im knüppelharten WM-Finale 2010, in die Niederlande Spanien nach Verlängerung mit 0:1 unterlagen.
Zuvor hat Hertha bereits Linksverteidiger Marvin Plattenhardt (1. FC Nürnberg), sowie die Mittelfeldspieler Valentin Stocker (FC Basel), Jens Hegeler (Bayer Leverkusen) und Genki Haraguchi (Urawa Red Diamonds) verpflichtet.
Trainer Luhukay befeuert den Konkurrenzkampf
Die Heitinga-Verpflichtung unterscheidet sich insofern von den bisherigen, weil der Bundesligist nach dem Abgang von Maik Franz (Vertragsauflösung) und Levan Kobiashvili (Karriereende) zwar Bedarf in der Innenverteidigung hat. Aber Hertha verfügt mit Sebastian Langkamp, Fabian Lustenberger und John Brooks über drei starke Manndecker. Und die defensive Stabilität war in der abgelaufenen Saison Grundlage für den vorzeitigen Klassenerhalt von Hertha.
Heitinga, erst im letzten Moment von Bondscoach Louis van Gaal aus dem Aufgebot für Brasilien gestrichen, kommt nicht, um sich hinten anzustellen. Trainer Luhukay signalisiert seiner Mannschaft: Vergangene Verdienste interessieren nicht mehr. Es gibt Konkurrenzkampf – und zwar auf allen Positionen.


