Apple hat von seinem neuen iPad seit dem Start am Freitag mehr als drei Millionen Geräte verkauft. Das teilte der Konzern am Montag mit.

Nur das iPhone 4S legte im vergangenen Oktober einen noch besseren Start hin: Am ersten Wochenende wurden mehr als vier Millionen Geräte verkauft. Allerdings hatten Apple-Kunden damals rund 15 Monate auf ein neues iPhone-Modell warten müssen, entsprechend groß war der Ansturm.

Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma IHS iSuppli macht Apple mit dem neuen iPad weniger Gewinn als mit dem Vorgängermodell. IHS iSuppli zerlegte das neue iPad direkt nach seinem Erscheinen in seine Einzelteile und fand dabei, dass diese vermutlich teurer sind als die des iPad 2. Verkauft wird das neue iPad aber zum gleichen Preis wie früher das iPad 2, nämlich ab 499 Dollar (380 Euro).

Apple hat bislang alle drei Generationen des iPads zu Preisen auf den Markt gebracht, die es der Konkurrenz schwer gemacht haben mitzuhalten. Der Gewinn bei jedem verkauften iPad liegt unter dem von jedem iPhone. Insgesamt bleibt Apple aber hoch profitabel: bei einem Umsatz von 81 Milliarden Dollar lag der Gewinn im vergangenen Jahr bei 33 Milliarden Dollar.

Laut iSuppli kostet ein neues iPad mit 32 Gigabyte Speicher und Mobilfunkmodem, das im Handel für 729 Dollar erhältlich ist, in der Herstellung 364,35 Dollar. Das sind neun Prozent mehr als vor einem Jahr beim iPad 2, das 335 Dollar kostete. Die entsprechende Version des ersten iPads kostete 2010 nach Schätzungen von iSuppli 276 Dollar.

Die Hauptgründe für den gestiegenen Preis beim neuen iPad sind der hochauflösende Bildschirm und der größere Akku, den das Gerät braucht. Das Display, das eine vier Mal so hohe Auflösung hat wie der Vorgänger, kostet Apple nach Schätzungen von iSuppli 87 Dollar plus 40 Dollar für die berührungsempfindliche Oberfläche. Die neue Batterie hat zwar 70 Prozent mehr Leistung, die wird aber auch vom Bildschirm verbraucht, wodurch die Akku-Laufzeit des neues iPads die gleiche ist wie beim iPad 2.

Bauteile vom Konkurrenten Samsung

Größter Lieferant von iPad-Bauteilen ist offenbar Samsung Electronics. Es lieferte den Bildschirm, den iSuppli untersuchte, und auch alle Prozessoren im iPad. ISuppli vermutet, dass Samsung auch die Batterie und die Speicher-Bauteile für einige der neuen iPad-Modelle geliefert hat.

Insgesamt stamme wohl die Hälfte der Bauteile von Samsung, erklärte iSuppli. Zu ihren Geschäftsbeziehungen äußern sich Apple und Samsung nicht. Nicht in den von iSuppli geschätzten Kosten enthalten sind Ausgaben für die Software, das Design oder den Transport.

Apple hatte am Montag erstmals seit 17 Jahren eine Dividende und einen Aktienrückkauf angekündigt. Dabei hatte Konzernchef Tim Cook schon Rekordverkäufe des neuen iPad erwähnt, ohne jedoch Zahlen zu nennen.

dpa/dapd/woz