35,5 Milliarden Euro

Euro-Gruppe gibt weiteres Hilfspaket für Athen frei

Die hohe Beteiligung der Privat-Gläubiger am Schuldenerlass für Athen ermutigt die Euro-Finanzminister. Sie geben 35,5 Milliarden Euro an Hilfen frei.

Die Euro-Gruppe hat am Freitag bis zu 35,5 Milliarden Euro für die Abwicklung des griechischen Schuldenschnittes freigegeben. Das teilte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach einer Telefonkonferenz der Finanzminister mit.

Dabei handelt es sich um Garantien für neue Anleihen und um die Begleichung aufgelaufener Zinsen für die Privatgläubiger über den Euro-Rettungsfonds EFSF. "Die Auszahlung kann wie geplant erfolgen", heißt es in Junckers Erklärung.

Zudem sind die Bedingungen für das zweite Rettungspaket nach Auffassung der Euro-Gruppe erfüllt. Sie gab am Freitag den Startschuss dafür, die nationalen Verfahren für die Freigabe der 130 Milliarden Euro an neuen Notkrediten einzuleiten.

Juncker erklärte, die Finanzminister seien von der hohen Beteiligung des Privatsektors am Schuldenerlass „ermutigt“. Der griechische Ressortchef Evangelos Venizelos habe darüber informiert, dass er die übrigen Privatgläubiger über die Aktivierung von Ausfallklauseln zum Verzicht zwingen werde. Dadurch komme ein „bedeutender Beitrag“ zusammen, um die griechische Schuldentragfähigkeit zu verbessern.

Griechenlands Wirtschaft schrumpft noch stärker

Die griechische Wirtschaftsleistung ist im Schlussquartal 2011 noch stärker geschrumpft als zunächst berichtet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 7,5 Prozent, wie die Statistikbehörde des Landes in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte.

Im ersten Ausweis war Mitte Februar ein Rückgang um 7,0 Prozent berichtet worden. Im dritten Quartal war das BIP auf Jahressicht bereits um 5,0 Prozent geschrumpft. Für das zweite Jahresviertel wird ein Minus von 7,3 Prozent und für das erste Quartal ein Minus von 8,0 Prozent berichtet.

Im vierten Quartal gingen die Exporte zudem um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück, während die Importe um 14,2 Prozent noch stärker schrumpften. Griechenland befindet sich im fünften Jahr einer Rezession.