Philipp Lahm

Abrechnung mit Magath, Klinsmann und van Gaal

In seinem Buch "Der feine Unterschied" findet Kapitän Philipp Lahm im Rückblick äußerst kritische Worte für drei frühere Bayern-Trainer.

Am kommenden Montag erscheint Philipp Lahms Buch "Der feine Unterschied. Wie man heute ein Spitzenfußballer wird". Die "Bild"-Zeitung erscheint am Dienstag mit einem Vorabdruck, in dem der 27-jährige Bayern-Profi sich vor allem mit drei seiner letzten Vereinstrainer beschäftigt – und dabei für alle wenig positive Worte findet.

Zu Felix Magath, der Anfang 2007 als Trainer des deutschen Rekordmeisters entlassen wird, schreibt Lahm: "Felix Magath arbeitet mit Druck. Er lässt viele Spieler im Ungewissen, ob er auf sie setzt, und holt auf diese Weise das Maximum an Einsatz aus ihnen heraus. Für die Spieler ist das sehr anstrengend, und es kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo sie nicht mehr auf der Seite des Trainers stehen."

Deshalb sei die Trennung nach zweieinhalb Jahren "ein logischer Abschied" gewesen, "ein Ermüdungsbruch zwischen Trainer und Mannschaft".

An der Arbeit von Jürgen Klinsmann als Bayern-Coach moniert Lahm in seinem Buch: "Bei Klinsmann trainierten wir fast nur Fitness. Taktische Belange kamen zu kurz. Wir Spieler mussten uns selbstständig zusammentun, um vor dem Spiel zu besprechen, wie wir überhaupt spielen wollten. Nach sechs oder acht Wochen wussten bereits alle Spieler, dass es mit Klinsmann nicht gehen würde. Der Rest der Saison war Schadensbegrenzung."

Obwohl Louis van Gaal Lahm zum Bayern-Kapitän machte, lässt er auch an dem Holländer kaum ein gutes Haar: "Louis van Gaal hat einerseits den Verdienst, dem FC Bayern eine Spielphilosophie verordnet zu haben, mit der wir eine Saison extrem erfolgreich waren. Andererseits hat er sich während seiner zweiten Saison schlicht geweigert, die Mängel seiner Philosophie zur Kenntnis zu nehmen und zu beseitigen." Er habe es als Kapitän als seine Pflicht empfunden, van Gaal darauf hinzuweisen, dass der Klub aufgrund der aus dem Offensiv-Spektakel folgenden Defensivmängel in der zweiten Saison alle gesetzen Ziele verfehlt habe. Van Gaal habe jedoch "weder Zweifel an sich noch an seinem System".

"Ein guter Trainer verfügt über Autorität und eine Ausstrahlung, um seine Ideen auf die Mannschaft zu übertragen. Aber die Zeit der Trainer, die mit ihren Spielern nur reden, um ihnen Befehle zu erteilen, ist vorbei. Ein moderner Trainer muss eine Mannschaft zwar führen, aber er darf sie nicht gegen den Willen der Spieler zu einer Spielweise verpflichten, die der Mannschaft nicht angemessen ist!" Van Gaal sei ein Trainer mit hohen Ansprüchen: "Er hält viel von Disziplin, und er hält viel von sich selbst."

Lahm sagte der "Bild"-Zeitung über sein Werk: "Das ist ein Buch, wie ich es selbst gerne gelesen hätte, als ich ein junger Fußballer war."

Felix Magath, Jürgen Klinsmann und Louis van Gaal sehen das möglicherweise ein bisschen anders.