Die frühere ukrainische Regierungschefin Julia Tymoschenko (50) ist in Haft. Ein Gericht in der Ukraine ließ die wegen Amtsmissbrauchs angeklagte Oppositionsführerin in Untersuchungshaft nehmen.
Ein Gericht in der Ukraine stimmte dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu, die Oppositionspolitikerin nach mehreren Störversuchen während des Prozesses zu inhaftieren. Das meldete die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal.
Vor gut einer Woche hatte das Gericht die Untersuchungshaft noch abgelehnt.
Vorwurf des Amtsmissbrauchs
Die prowestliche Tymoschenko, der zehn Jahre Haft drohen, muss sich wegen angeblichen Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten . Laut Anklage soll die Ukraine während ihrer Amtszeit unter anderem durch ein Gasgeschäft mit Russland Hunderte Millionen Euro verloren haben. Tymoschenko war nach der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 Regierungschefin geworden. 2010 verlor sie gegen Janukowitsch bei der Präsidentenwahl.
Die ehemalige Regierungschefin hat nicht das erste Mal Ärger mit der Justiz. 1999 wurde sie Vizeregierungschefin unter Präsident Leonid Kutschma. Doch der ließ sie fallen, als sie 2001 wegen Schmuggels und Urkundenfälschung angeklagt wurde. Damals verbrachte sie mehr als 40 Tage in Untersuchungshaft.
AFP/dpa/mcz




