Grossbritannien

Erste Randalierer müssen einige Monate in Haft

In Großbritannien haben die Blitz-Verfahren gegen Krawallmacher begonnen. Eine Petition, Randalierern die Sozialhilfe zu entziehen, findet riesigen Zulauf.

In Großbritannien sind die ersten Randalierer verurteilt worden. Zwei Männer seien wegen ihrer Beteiligung an den Unruhen in der Nacht zu Mittwoch zu zehn und 16 Wochen Haft verurteilt worden, teilte die Polizei von Manchester über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die Beamten begrüßten das rasche Urteil und kündigte an, dass die Gerichte am Abend extra Sitzungen einlegen würden, um weitere Festgenommene zu verurteilen. Auch ein Elfjähriger kam vor Gericht. Er ist der bisher jüngste Angeklagte.

Der Junge gestand, an der Plünderung eines Kaufhauses im Londoner Vorort Romford (Grafschaft Essex) beteiligt gewesen zu sein. Er habe einen Mülleimer im Wert von 50 Pfund (56 Euro) mitgenommen, sagte er und bekannte sich des Diebstahls für schuldig. Der schwerere Vorwurf der Teilnahme an gewalttätigen Unruhen wurde daraufhin fallengelassen.

Scotland Yard teilte mit, allein in London seien seit Beginn der Ausschreitungen am Wochenende 805 mutmaßliche Beteiligte festgenommen worden. 251 von ihnen seien wegen diverser Straftaten angeklagt.

Am Mittwochabend herrschte in London, Manchester oder Birmingham gespannte Ruhe. Neue Ausschreitungen wurden zunächst nicht gemeldet. Bereits in der Nacht zum Mittwoch war es in London verhältnismäßig ruhig geblieben.

Dafür hatte sich die Gewalt aber in anderen Städten fortgesetzt, darunter Manchester und Liverpool. In Birmingham starben drei Einwanderer, nachdem sie von einem Auto überfahren worden waren. Die Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren standen auf dem Bürgersteig und wollten ein Geschäft vor Plünderern schützen.

Der britische Premierminister David Cameron besuchte die Stadt am frühen Abend und sprach den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus. Erneut kündigte er eine harte Hand der Polizei an. „Die meisten Leute, die wir sehen, sind keine Demonstranten. Es sind Plünderer, Diebe und Räuber – sie begehen Straftaten“, sagte er. „Sie müssen festgenommen, verurteilt und eingesperrt werden.“

Die Polizei von Manchester, der drittgrößten Stadt Großbritanniens, hatte seit Beginn der Unruhen eine harte Linie gegenüber den Plünderern verfolgt. Der stellvertretende Polizeichef Garry Shewan warnte, die Polizei habe Aufnahmen von hunderten Straftätern und werde alle Verantwortlichen festnehmen. Die Plünderung zahlreicher Geschäfte und die Straßenschlachten mit der Polizei nannte Shewan Akte „sinnlose Gewalt“ .

Eine Online-Petition in Großbritannien, die fordert, Randalierern die Sozialhilfe zu entziehen, erwies sich unterdessen als so beliebt, dass ihre Webseite zusammenbrach. Bis dahin hatten bereits 78.000 Menschen die Petition unterschrieben. Bei 100.000 Unterschriften sollte sie dem Parlament zur Beratung vorgelegt werden.

Ihr Text lautet: „Kein Steuerzahler soll für jene zahlen müssen, die Eigentum zerstört, von der Gemeinde gestohlen und keinen Respekt gegenüber dem Land gezeigt haben, das für sie sorgt.“