Bei Demonstrationen von Rechtsextremen und Linksautonomen im Berliner Ortsteil Rudow (Bezirk Neukölln) ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Polizei teilte am Samstag mit, ein 13-jähriger Junge sei am Rande des Aufzugs am Vorabend von einem Pflasterstein getroffen. Der Jugendliche erlitt schwere Gesichtsverletzungen.
Der 13-Jährige sei von dem Stein mit voller Wucht im Gesicht getroffen worden. Geworfen habe vermutlich ein linksextremer Demonstrant, teilte die Polizei mit. Auch drei Verkehrspolizisten, die den Aufzug auf Motorrädern begleiteten, seien von Linksextremen mit Flaschen und Steinen beworfen und getreten worden.
Da die Beamten keine besondere Schutzkleidung trugen, hätten sie zahlreiche Prellungen erlitten, hieß es. Sie konnten den Dienst aber fortsetzen. 21 Personen wurden festgenommen.
Rechtsextreme Demo für härtere Strafen gegen links
Zu den Auseinandersetzungen war es gekommen, nachdem rund 80 Anhänger der rechten Szene sich am U-Bahnhof Zwickauer Damm in Rudow unter dem Motto „Sicherheit durch Recht und Ordnung - härtere Strafen für Linkskriminelle“ versammelt hatten. Etwa 100 teilweise vermummte Linksextreme versuchten laut Polizei, den Aufzug unter anderem durch Sitzblockaden zu verhindern. Platzverweise seien ignoriert worden.
500 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz. Sie nahmen 15 Personen aus der linken Szene und sechs Rechtsextreme fest. Die Vorwürfe lauten unter anderem gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz.
dapd/jw



