Prozess in Krefeld

Mircos Eltern begegnen dem Mörder ihres Sohnes

Es war ein schwerer Gang für die Frau, deren Kind einem grausamen Mord zum Opfer fiel: Mit fester Stimme sagte Mircos Mutter im Mordprozess gegen Olaf H. als Zeugin aus.

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des zehnjährigen Mirco aus Grefrath ist am Donnerstag die Mutter des Jungen als Zeugin gehört worden. Sie bezeichnete ihren Sohn als lebhaften und „offenherzigen Jungen“. Zugleich sei Mirco kein „ängstliches Kind“ gewesen, sagte sie in ihrer rund 20-minütigen Zeugenaussage. Dabei sprach sie mit fester Stimme.

Auch der Vater des getöteten Jungen erschien zur Verhandlung vor dem Landgericht Krefeld.

Am Donnerstag begegnete das Ehepaar zum ersten Mal dem mutmaßlichen Mörder ihres Sohnes, dem 45-jährigen Olaf H. aus Schwalmtal. Die Anwältin der Eltern, die als Nebenkläger in dem Prozess vertreten sind, verwies auf die „sehr bedrückende Situation“ ihrer Mandanten.

Im Laufe des Tages sollten zudem Kinder befragt werden, mit denen Mirco den Abend vor seinem Tod verbrachte. Auch der Finder von Mircos Fahrrad sowie der Zeuge, der den ersten Hinweis auf das Tatfahrzeug gab, sollten gehört werden. Zum Prozessauftakt hatte der angeklagte Olaf H. über seinen Anwalt ein weitreichendes Geständnis abgelegt.

Demzufolge war der Schwalmtaler am Abend des 3. September 2010 zufällig auf Mirco gestoßen und hatte ihn in sein Auto gebracht. An einem Feldweg versuchte er, sich an dem Jungen zu vergehen. Da er dabei jedoch gemerkt habe, dass das „nicht sein Ding“ sei, habe er von dem Jungen abgelassen, erklärte sein Anwalt. Um seine Tat zu vertuschen, habe er den Jungen dann getötet.