Mit einer Trauerfeier haben die Menschen im niederrheinischen Grefrath Abschied vom getöteten Mirco genommen. Rund eine Woche, nachdem die Leiche des zehnjährigen Jungen gefunden worden war, kamen am Donnerstagabend rund 600 Menschen in der St.-Laurentius-Kirche zu einem ökumenischen Trauergottesdienst zusammen.

Auf dem Marktplatz vor der Kirche verfolgten zudem zahlreiche Grefrather die Feier über eine Videoleinwand. Zuvor hatten die Bürger von Grefrath dort 500 weiße Luftballons mit der Aufschrift „Ruhe in Frieden, Mirco“ in den Abendhimmel steigen lassen.

Neben dem Altar hatten die Organisatoren ein großes Foto des toten Jungen aufgestellt. Pfarrer Johannes Quadflieg sagte: "Mirco ist tot, das müssen wir alle begreifen.“ Sein junges Leben sei ihm auf so brutale Weise genommen worden. Mit Blick auf den Täter und seine Familie mahnte Quadflieg die Menschen, nicht Böses mit Bösem zu vergelten.

Mirco sei "Opfer der Willkür und Gewalt eines Starken geworden“, sagte Quadflieg. Sein schrecklicher Tod habe alle erschreckt, bestürzt und mit tiefer Trauer erfüllt.

Die Eltern von Mirco nahmen nicht an dem Gottesdienst teil. Sie seien an einem vertrauten Ort, wo sie durchatmen könnten, sagte Präses Roman Siewert vom Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, zu der Mircos Familie gehört. Er verlas einen Brief der Eltern an die Einwohner von Grefrath, seine Mitschüler und die Mitarbeiter der Polizei. Mirco sei "freundlich, lebenslustig“ gewesen, heißt es darin. "Er war unser Clown, unsere Sportskanone, er hatte Rhythmus im Blut.“


Mirco habe sich nie gerne fotografieren lassen, schrieben die Eltern. In den Fürbitten wurde auch für den Täter und seine Familie, "für alle, die seine Tat mitgetroffen hat“ gebetet.

Mirco war am 3. September 2010 verschwunden. Eine groß angelegte Suchaktion mit 1000 Polizisten sowie Tauchern, Hubschraubern und Tornados der Bundeswehr blieb in den Tagen darauf erfolglos. Erst iEnde Januar 2011 wurde der Tatverdächtige Olaf H. festgenommen.

Der Mann ist geständig und hatte die Ermittler zum Tatort geführt. Seitdem sitzt der Familienvater aus dem nahegelegenen Schwalmtal unter anderem wegen Mordverdachts und Verdachts auf sexuellen Missbrauch in Untersuchungshaft. Er soll Mirco am Abend des 3. September 2010 entführt, sich in einem Waldstück an ihm vergangen und ihn dann umgebracht haben.

dapd/dpa/jw