Versteigerung

McQueen-Porsche ist der teuerste 911 der Welt

Knapp eine Million Euro erzielte der schiefergraue 911 S. Steve McQueen hatte ihn 1970 als Privatwagen bestellt – und ihn dann zum Filmstar gemacht.

Steve McQueens legendärer Porsche 911 aus dem Rennsport-Film "Le Mans" hat einen neuen Besitzer. Auf einer Auktion des US-Versteigerers RM Auctions erzielte der Wagen einen Preis von 1,375 Millionen Dollar. Das sind umgerechnet 954.000 Euro - und wohl der höchste Preis, der je für einen Neunelfer bei einer Auktion erzielt wurde.

Der Porsche 911 S, Baujahr 1970, ist schiefergrau lackiert und leistet 180 PS. Bekannt ist er vor allem aus der Anfangssequenz des Films. Mit Steve McQueen am Steuer gleitet er lautlos durch die französische Landschaft Richtung Rennstrecke. Eine Minuten lange Einstimmung auf den folgenden Lärm der Motoren beim 24-Stunden-Rennen. Ursprünglich kaufte McQueen den Wagen während der Dreharbeiten als Privatwagen, später nahm er ihn mit in die USA. Kurze Zeit später verkaufte er ihn allerdings wieder, da in seiner Sammlung bereits ein ähnliches Modell stand.

McQueen ließ seinen Wagen mit allem ausstatten, was seinerzeit in Stuttgart-Zuffenhausen gegen Geld zu haben war: der extrem seltenen Klimaanlage, getönten Scheiben, dem Blaupunkt-Radio Frankfurt und dem Komfort-Paket, das unter anderem Ledersitze umfasste. Das Topmodell unter den Straßen-Porsches kostete Anfang der 70er stolze 30.000 D-Mark.

Da der Elfer früh in die Hände eines Sammlers gelangte, stehen nur rund 20.000 Kilometer auf dem Tacho, die lückenlos dokumentiert sind. Zum Auktionsposten gehörten zudem Briefe des ehemaligen Porsche-Rennleiters Rico Steinemann, die Originalrechnung an die Filmproduktionsfirma Solar Productions sowie diverse Fotos vom Filmset, die McQueen mit Auto und Familie zeigen.

Offensichtlich war es auch die Magie des Hollywood-Stars, die den Preis in diese ungewöhnliche Höhe getrieben hat. Laut US-Oldtimer-Preisliste werden vergleichbare Modelle für maximal 38.000 Euro gehandelt, deutsche Preislisten rufen für Fahrzeuge im sehr guten Zustand um die 60.000 Euro auf. Glück gebracht hat der Neunelfer dem Film übrigens zunächst nicht. Die quasi-dokumentarische Produktion floppte an der Kinokasse total. Erst später erhielt „Le Mans“ die Anerkennung als einer der besten Rennfilme aller Zeiten.