Das 34 Jahre alte Auto des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ist einem Medienbericht zufolge für umgerechnet fast zwei Millionen Euro versteigert worden. Der Käufer wolle für den Peugeot ein eigenes Museum bauen, sagte der Anwalt des Käufers laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Isna.

Die Klapperkiste wurde für genau 2,5 Millionen US-Dollar – etwa 1,8 Millionen Euro – verkauft. Interessenten konnten für die Versteigerung auch Angebote über das Internet abgeben. Dabei seien auch Angebote aus den USA – dem Land des Erzfeindes – eingegangen, hieß es. Der tatsächliche Verkaufspreis des Peugeots auf dem Markt liegt bei umgerechnet rund 1500 Euro.

Der Erlös aus der Auktion soll einer Wohltätigkeitsorganisation zufließen, die Wohnbauprojekte für Jugendliche finanziere, sagte der Chef der freien Handelszone Arwand in der iranischen Stadt Abadan, Asghar Parhiskar, der Nachrichtenagentur Irna im Januar 2011, als die Versteigerung bekannt wurde.

Dass Ahmadinedschads seinen weißen Peugeot 504 unter den Hammer brachte, wird als Versuch angesehen, auf junge Iraner einen guten Eindruck zu machen.

Ahmadinedschad fuhr Peugeot während Wahlkampfes

Während seiner Wahlkämpfe hatte Ahmadinedschad versprochen, dafür zu sorgen, dass jeder mitellose Iraner eine Wohnung erhält. Ahmadinedschad war mit seinem Peugeot während des Wahlkampfes 2005 mehrfach unterwegs. Offenbar setzte er damit auch auf den Gedanken, Unterstützung von Wählern mit geringem Einkommen zu bekommen.

Der Peugeot 504 zählt zu den außergewöhnlich erfolgreichen Modellen des französischen Herstellers. Gestaltet wurde er von dem bekannten italienischen Designbüro Pininfarina. Fast unübersehbar im Straßenverkehr war er wegen der lichtdurchfluteten Kanzel, die wie aufgesetzt wirkte. Der letzte 504 wurde nach 37 Jahren Bauzeit 2005 in Nigeria hergestellt.

Noch heute ist der Peugeot 504 in verschiedenen Ländern häufig auf den Straßen zu sehen. In Kairo in Ägypten wird der Wagen nach wie vor als Taxi eingesetzt. Insgesamt wurden 3.711.556 Exemplare gebaut. Höhere Stückzahlen erreichten bei Peugeot nur die Kleinwagen 205 und 206.

dapd/dpa/jw