Einen Monat vor Jahresfrist befindet sich der Pkw-Markt in Deutschland noch immer auf hohem Niveau. 279.725 fabrikneue Autos sorgten im November für ein Zulassungsplus von 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In die Jahresbilanz 2009 gehen somit bis zum 30. November 3,59 Millionen Pkw ein.
Zum langsamen Auslaufen der Abwrackprämieneffekte gab es lediglich zwei Führungswechsel. Bei den Kleinwagen führt jetzt der VW Polo und in der Oberklasse die Mercedes S-Klasse das Klassement an. Der Anteil an Pkw mit Dieselantrieb stieg auf 35 Prozent an. Getreu dem Jahrestrend und deshalb wenig überraschend sind die deutlichen Zuwächse der Segmente Kleinst-, Klein- und Kompaktwagen.
Erstaunlich aber ist, dass trotz Krise und Abwrackprämie, von der vor allem die o.g. Segmente profitierten, die Mini-Vans und die Geländewagen erstaunlich hoch im Kurs der deutschen Autokäufer standen und schon jetzt mit besseren Jahreszahlen aufwarten können als 2008.
Trotzdem geht der Haupttrend des Jahres zu kleineren Fahrzeugen, was sich positiv auf den CO2-Ausstoß auswirkt. Im letzten Monat lag der Durchschnittswert aller Pkw-Neuzulassungen bei 153,8 g/km.
Für die deutschen Automobilhersteller war der November ein guter Monat. Bis auf BMW (-7,0 %) waren alle auf Wachstumskurs. Weltweit konnten die Bayern im November allerdings den zweiten Monat in Folge wieder mehr Autos verkaufen als bisher im Jahr 2009. Insgesamt sind 107.686 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce abgesetzt worden, was zwar einem Plus von 11,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat entspricht. Aufs Jahr gesehen bleibt BMW aber mit 12,2 Prozent weniger abgesetzten Autos deutlich unter dem Ergebnis von 2008.
Die höchsten Zugewinne verbuchten in diesem Jahr bislang Opel (+41,1 %) und VW (+35,2 %). Die angeschlagenen Rüsselsheimer schreiben nach eigenen Angaben in Deutschland wieder schwarze Zahlen. Opel verkaufte auf dem deutschen Markt bis Ende November 321 558 Autos. Mit Blick auf die Zahlen sagte ein Opel-Sprecher, dass es bislang „ein gutes Jahr für Opel“ gewesen sei. Das Unternehmen habe auf dem deutschen Markt wieder Anteile gewonnen und sei wieder die Nummer zwei hinter Volkswagen.
Auch im Premiumbereich zeigt die Kurve deutlich nach oben. Porsche etwa lag in Deutschland mit +12,3 Prozent deutlich über dem Vorjahresergebnis. Audi hat weltweit wieder deutlich mehr Autos abgesetzt als im Vorjahr. Mit rund 82.750 Neuwagen verkauften die Ingolstädter im November 8,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. , Die Einbrüche aus den Vormonaten konnten damit jedoch nicht ausgeglichen werden. Im bisherigen Jahresverlauf schrumpften die Neuwagenverkäufe um 5,4 Prozent auf rund 870.600 Modelle. Der Marktanteil in Deutschland schrumpfte um rund zwei auf 6,1 Prozent.
Schließlich hat auch Mercedes seinen weltweiten Absatz im November deutlich gesteigert. Die Kernmarke Mercedes-Benz legte bei den Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf 88.600 Pkw zu und war damit die Premiummarke mit dem größten Wachstum weltweit, wie Daimler mitteilte. Ursache waren den Angaben zufolge weltweit zweistellige Wachstumsraten bei der E-Klasse und der neuen Generation der S-Klasse sowie auch hohe Zuwächse in zahlreichen Regionen. In Deutschland führte Mercedes im November im Segment der Oberklasse mit der S-Klasse und bei der Mittelklasse mit der C-Klasse die Verkaufscharts an.
Unter den ausländischen Marken konnten Nissan (+170 %) und Renault (+65 %) die größten Zugewinne vorweisen.
Auf dem Gebrauchtwagenmarkt war im November ebenfalls eine Aufwärtsbewegung spürbar. Alle Fahrzeugbranchen entwickelten sich positiv. 467.616 Pkw wechselten den Halter und erzielten somit ein Plus von 2,6 Prozent. Insgesamt gab es 538.623 Besitzumschreibungen. Die Jahresbilanz steht nach elf Monaten bei 6,39 Millionen Kfz.
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