Rebell auf Rädern

Der Peugeot 207 ist das ideale Stadtauto

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Stefan Anker

Dieses Auto hat Biss: Von außen setzt sich der Peugeot 207 mit Extravaganz von anderen Kleinwagen ab, im Inneren überzeugt er durch eine gute Ausstattung.

Man schaue nur auf das riesige Kühlermaul, die spitze Nase und die lang gezogenen Scheinwerfer. Wenn einer auffallen will, dann ist es doch wohl der Peugeot 207. Obwohl nur ein klassischer Kleinwagen, einer von der Viermetersorte wie VW Polo oder Opel Corsa, reckt und streckt er sich – zumindest optisch – mehr als alle seine Konkurrenten. Und so selbstbewusst und groß trägt kein anderer sein Markenzeichen vor sich her.

Gut gebrüllt, Löwe, könnte man angesichts des Peugeot-Logos sagen, doch das wäre zu einfach. Denn wenn man den 207, zumal das Modell 110 HDi mit 109 PS starkem Dieselmotor, eine Zeit lang fährt, dann erkennt man auch: Der Wagen ist gar nicht so marktschreierisch, wie er sich gibt. Er ist im positiven Sinne unauffällig, dieselt leise vor sich hin, fährt komfortabel, ist vernünftig ausgestattet.

ESP gibt es serienmäßig (nicht in jedem 207, aber in diesem), dazu sechs Airbags, Bordcomputer, Klimaanlage, geteilt umlegbare Rückbank. Zentralverriegelung und Servolenkung sind heute in der Kleinwagenklasse ohnehin Standard.

Was fehlt, ist neben dem CD-Radio (460 Euro) ein Hauch Faszination, etwas von dem Rebellischen, das sein Frontdesign ausstrahlt.

Aber nein, der 207 HDi bleibt brav. Gewiss, er kann es auf der Autobahn mit manch Größerem aufnehmen, denn der potente Dieselmotor macht mit seinen 240 Newtonmetern Drehmoment viel Druck. So lässt sich der Tacho ab und zu dabei beobachten, wie er die 200er-Marke überschreitet.

Selbst dabei bleibt der Peugeot ruhig auf der Straße, das Fahren mit ihm ist kein Abenteuer. Nicht mal mit einer starken Abweichung vom Normverbrauch überraschte das Auto: 5,3 statt 4,5 l/100 km kann man gut tolerieren. Dabei sind wir nicht besonders ökologisch gefahren, sondern jeden Tag im Pendlerverkehr in die Stadt, und abends auf der Autobahn ging es schon mal flotter voran.

Offiziell gilt der Peugeot 207 als Kleinwagen, aber bei 4,03 Metern Außenlänge stimmt das fast schon nicht mehr.

Dieser Wagen hat volle Familientauglichkeit – jedenfalls bis zum nächsten Urlaub. Vier Personen sitzen zwar sehr gut, aber bei dem Gepäck muss man sich schon sehr einschränken. 270 Liter Kofferraum sind dann doch eher kleinwagengemäß.

Wie viele moderne Autos kann man den Peugeot 207 HDi fast beliebig mit Extras ausstaffieren. Die Basisversion kostet 17.000 Euro, aber darüber liegen noch zwei Ausstattungslinien, die den Preis auf 20.600 Euro treiben. Und dann gibt es ja noch ein Navigationssystem, ein elektrisches Glasdach und andere Spielereien. Der Wagen kann am Ende richtig exklusiv sein – so passt er dann auch zur selbstbewussten Optik.