Bislang trugen Alfa-Spider-Diesel-Fahrer immer ein etwas breiteres Grinsen auf dem Gesicht als die Piloten benzinbefeuerter, offener Sportwagen. Erstens, weil sie dank Selbstzünder unter der Haube in einem konkurrenzlosen und exklusiven Auto saßen – von insgesamt 1300 verkauften Spider in Deutschland im Jahr 2007 waren ein Drittel mit dem Dieselmotor ausgerüstet, einen anderen Anbieter gab es nicht. Und zweitens, weil der Dieseltreibstoff deutlich günstiger war als die Benzinmischungen. Beide Gründe haben sich relativiert: Mit dem TT 2.0 TDI bietet Audi ebenfalls einen offenen Diesel-Zweisitzer an, und in einige Orten ist der Liter Diesel inzwischen teurer als Benzin.

Da kommt es gerade recht, dass Alfa im Zuge seiner aktuellen Modellpflege auch den Spider aufrüstet. Wichtigste Neuerung bei der Diesel-Version 2.4 JTDM: Sie ist jetzt mit dem Sechsstufen-Automatikgetriebe Q-Tronic lieferbar. Das führt zu dem Kuriosum, dass die handgeschaltete Sechsgang-Version in den Genuss eines fünfprozentigen Kraftzuwachses kommt (von 200 auf 210 PS), sich die Automatikversion aber weiterhin mit 200 PS zufriedengeben muss, weil sich das besser mit dem Getriebe verträgt.

Q-Tronic bedeutet auch, dass nun das Getriebe über Schaltwippen am Lenkrad befehligt werden kann. Ein Plus an Sportlichkeit bringt das allerdings nicht – bei 4500 Umdrehungen dieselbedingt schon hochschalten zu müssen fördert nicht gerade das erwünschte sportliche Fahrgefühl. Außerdem lässt sich das Getriebe recht viel Zeit beim Gangwechsel.


Auch der Sprint mit dem leise nagelnden Aggregat unter der Fronthaube macht nicht richtig glücklich: Zwar gehören echte Turbo-Löcher der Vergangenheit an, Turbo-Dellen gibt es aber nach wie vor. So dauert es gefühlt zu lange, bis sich der volle Druck aufgebaut hat und der Wagen mit 400 Newtonmetern nach vorne stürmt.


Ist der Diesel-Roadster allerdings erst mal unterwegs, fällt das enorme Wagengewicht von mehr als 1,7 Tonnen kaum mehr auf. Zur Erinnerung: Der Ur-Spider 1300 Junior von 1968 brachte 990 Kilogramm auf die Waage, der 2.0 von 1988 auch nur 1040 Kilogramm.


Auf der Autobahn und auf schön geschwungenen Landstraßen fühlen sich Auto und Fahrer besonders wohl. Wie es sich für einen echten Roadster gehört, sitzen die Insassen nicht zu geschützt zwischen schräger Frontscheibe und hochgezogenen Türen – schon bei niedrigen Geschwindigkeiten ist das „Draußen“-Gefühl gegeben. Puristen allerdings hätten sich gewünscht, dass das Plexiglaswindschott leichter zu demontieren wäre. Es muss per Hand abgeschraubt werden, und das funktioniert nur, wenn der Kapuzendeckel ein Stück ausgefahren wird.


Über eine zu magere Ausstattung kann sich beim aktuellen Modell allerdings niemand beschweren: Der Wagen besitzt unter anderem nun elektrisch klappbare Außenspiegel, Cruise Control, das elektronische Sperrdifferenzial Electronic Q2, neue Leichtmetallräder, Parksensoren, Scheinwerferwaschanlage, Bi-Xenon-Scheinwerfer und neue Sportsitze. Da grenzt es schon fast an ein Wunder, dass die Ingenieure den Wagen insgesamt 25 Kilo leichter machen konnten im Vergleich zum Vorjahresmodell.