Das Auto ist ein echter Erfolg: Seit 2004 ist der BMW X3 2.0d mit seinem Vierzylinder-Diesel in Deutschland rund 68.000 Mal verkauft worden. Der bisher ausgelieferte Zwei-Liter-Diesel war mit 150 PS schon bisher nicht wirklich untermotorisiert. Eine Rakete war er jedoch auch nicht.


Deshalb hat BMW dem Dieselmotor jetzt 27 PS zusätzlich verpasst und verfügt jetzt mit 177 PS endlich über die Leistung, die bei der Konkurrenz (zum Beispiel Toyota) schon länger aus einem Diesel-Vierzylinder auf die Straße übertragen wird. "Wir haben die Brennräume optimiert, ein Kurbelgehäuse aus Aluminium entwickelt, den Ladedruck von 1600 auf 1800 bar gesteigert und den Partikelfilter sehr motornah platziert, so dass er ohne Zusatzstoffe funktioniert", erklärt Norbert Praschak, Projektleiter Dieselmotorenentwicklung bei BMW.

Der neue X3 sieht aus wie der alte X3. Ein so genanntes "Facelift“ wurde ihm nicht verordnet, dafür gibt es aber neben der technischen Überarbeitung der Motoren eine Reihe weiterer Neuerungen. BMW bietet erstmalig ein Sechsgang-Automatikgetriebe für den 2.0d an. Und die Kombination kann sich sehen lassen. Der X3 zieht schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich an, klettert der Drehzahlmesser über 1800 U/min, setzt mit ziemlicher Gewalt ein Turboschub ein. Schließlich wurde das Drehmoment auch um 20 Newtonmeter (Nm) auf 350 angehoben. Dies steht zwischen 1750 und 3000 Touren zur Verfügung.

Das also nennt BMW "Efficient Dynamics“. Wie effizient diese Dynamiksteigerung beim Zwei-Liter-Diesel funktioniert, ist am Ende einer Testfahrt über 250 Kilometer klar. Mit zwei Stunden im schleppend fließenden Stadtverkehr, mit Autobahnpassagen im Wechsel zwischen zäh fließend und 200 km/h Spitze und fünfzig Kilometer über Land im forcierten Tempo zeigt das Display finale 6,9 Liter Durchschnittsverbrauch an.

Kein schlechter Wert, gibt BMW doch als Durchschnittsverbrauch 6,5 Liter an - 0,9 Liter weniger als der bisherige Motor mit nur 150 PS. Und das der angegebene Verbrauch im normalen Betrieb kaum zu erreichen ist und meist um mindestens einen Liter übertroffen wird, ist ja ein offenes Geheimnis.

Mehr Einsparung und damit ein besserer CO2-Wert als die jetzigen 172 Gramm pro Kilometer, könnte der X3 erreichen, wenn er einfach weniger wiegen würde. Zwar haben die Ingenieure die aktuelle Version um fünf Kilo abgespeckt, aber was soll das bitte bei einem Leergewicht von 1815 Kilo bringen? Das ist halt einfach die Krux der Geländewagen.

Aber wer solche Autos kauft, weiß das. Und wird sich wohl auch nicht weiter über die 37.900 Euro wundern, die BMW für den X3 2.0d aufruft. Das sind übrigens genau 500 Euro mehr als beim Vorgänger. Wer die sehr empfehlenswerte Sechsgang-Automatik ordert, wird um weitere 2160 Euro erleichtert. Sparsam sind die neuen BMW wirklich nur beim Verbrauch.