8900 Euro sind kein schlechter Tarif, wenn man ein kleines Auto haben will, das einen mit wenig Benzinverbrauch von A nach B bringen soll. Vier Türen, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung mit Fernbedienung sind auch schon dabei, Servolenkung sowieso, und selbst für vier Airbags hat es noch gereicht. Alles wäre wunderbar für Suzuki mit seinem Alto, wenn der Kooperationspartner Nissan nicht zu einer Preisgrätsche angesetzt hätte: Der neue Nissan Pixo, baugleich und von Suzuki im selben indischen Werk gebaut wie der Alto, kommt in Deutschland für 7990 Euro auf den Markt.

Dieselbe Ausstattung, dieselbe Technik - wie kann das gut zehn Prozent billiger angeboten werden? Thomas Ebeling, Generaldirektor für die kleinen Baureihen bei Nissan Europa, gibt sich unschuldig. "Wir haben keinen Kontakt mit Suzuki, was das angeht", sagt er. Es gebe nur die Verträge über den Bau. Nissan kauft Suzuki demnach über den Lebenszyklus des Autos im Schnitt 30.000 Exemplare pro Jahr zu einem festgelegten Preis ab und vertreibt sie auf eigene Rechnung. Hier, im Vertrieb, liege wohl auch des Rätsels Lösung, sagt Ebeling. "Die Nissan-Vertriebsorganisation könnte günstiger arbeiten." Oder Nissan hat seinen Händlern die Margen gekürzt - dies wird man erfahren bei der nächsten Händlerzufriedenheitsstudie.

Ebeling sagt aber auch, dass das Einstiegsmodell einen "visuellen Preis" habe - er glaubt, dass sich die Ausstattungsvariante "Acenta" für 9190 Euro neunmal mehr verkauft als das Basismodell "Visia." Beide werden als wendig, sparsam und preiswert angepriesen und sollen ab Mitte Juni vor allem die Mobilitätsbedürfnisse von Stadtbewohnern befriedigen. Der 3,56 Meter kurze Wagen bietet vier Personen sowie dem Wochenendeinkauf Platz und setzt beim Design auf das Kindchenschema: große Scheinwerfer, ein freundliches Grinsen im Kühlergrill und eine rundlich gestaltete Karosserie. Einen Spritzer modische Dynamik gibt die zum Heck hin aufsteigende Fensterlinie dazu.

Wo man hinblickt, graues Hartplastik

Dafür geht es im Innenraum der Preisklasse entsprechend nüchtern zu. Dominierendes Element ist ein großer Zentraltacho hinter dem Lenkrad, die meisten Bedienelemente sind gut erreichbar in der Mittelkonsole untergebracht. Mehrere kleine Ablagen nehmen die Dinge des Alltags auf, eine große offene Ablage anstelle des Handschuhfachs bietet sogar Platz für einen Straßenatlas. Das Innenraummaterial des Stadtflitzers besteht aus simplem Hartplastik, es ist aber ordentlich verarbeitet. Auch auf grobem Kopfsteinpflaster hört man keine Knistergeräusche, die man nicht hören sollte.

Platz gibt es auf den Vordersitzen genug, allerdings ist das Gestühl offenbar unter dem Primat der Sparsamkeit entworfen worden und kommt recht unkonturiert und mit fest installierter Kopfstütze daher, so dass für Großgewachsene die optimale Sitzposition schwer zu finden ist. Der Einstieg auf die Rückbank ist komfortabel, weil das Auto serienmäßig vier Türen hat. Der große Öffnungswinkel der hinteren Türen und die langen Sicherheitsgurte machen zudem die Befestigung eines Kindersitzes leicht. Für erwachsene Passagiere hält sich das Platzangebot für Knie und Kopf aber in Grenzen.

Serienmäßig sind zudem Isofix-Kindersitzbefestigungen an Bord. Der Gepäckraum fasst bei voller Bestuhlung ein schmales Volumen von 129 Litern, bei erhöhtem Platzbedarf lassen sich die Fondsitze umklappen, so dass das Volumen auf 367 Liter (bis zur Fensterunterkante) bzw. 770 Liter wächst.

Für die Sicherheit der Insassen sind in der Basisversion "Visia" vier Airbags zuständig; außerdem ist eine Servolenkung an Bord. Die zweite Ausstattungslinie "Acenta" wartet zusätzlich mit CD-Radio, geteilt umlegbarer Rückbank und elektrischen Fensterhebern auf (die der Alto immerhin schon in der Basisversion hat). Die Fenster für die Fondpassagiere können allerdings nie komplett geöffnet, sondern nur gekippt werden. Zudem fehlt in beiden Ausstattungslinien der Schleuderschutz ESP, der genau wie die Klimaanlage nur gegen Aufpreis zu haben ist. Die am besten ausgestattete Version des Pixo kommt so auf 10.270 Euro.

Einziger angebotener Motor ist ein sparsamer 1,0-Liter-Benziner mit 68 PS. Die Kraftübertragung besorgt ein manuelles Fünfganggetriebe, auf Wunsch ist - selten in dieser Klasse - eine komfortable Vierstufen-Automatik zu haben, die allerdings den Verbrauch in die Höhe treibt. Trotz der geringen Leistung und des kleinen Hubraums reicht der Motor für den 885 Kilogramm leichten Kleinstwagen im Stadtverkehr vollkommen aus. Überholvorgänge auf Landstraße und Autobahn sollten aber von langer Hand vorbereitet werden.

Das ureigene Revier des Pixo ist fraglos die Stadt. Dort wuselt sich der handliche Zwerg flott durch den Verkehr. Rangieren und Einparken ist ein Kinderspiel, der Wendekreis beträgt lediglich neun Meter, der Rundumblick ist hervorragend. Angenehm fällt da auch der recht leise Dreizylindermotor auf. Selbst bei hohen Drehzahlen hält sich die Lärmentwicklung zurück. Das Fahrwerk ist für ein derart kurzes Fahrzeug durchaus komfortabel, das Fahrverhalten stabil und sicher. Der Normverbrauch liegt bei niedrigen 4,4 Litern.

ank/mid