Manchmal tut es gut, auf die Basis zurückzukommen und einfache Fragen zu stellen. Etwa: Was will ich eigentlich mit einem Auto? Fahren wahrscheinlich, alle anderen Bedürfnisse mag man zumindest öffentlich nicht aussprechen. Und ist es denn nicht genug, wenn ein Auto fährt? Schlicht und einfach, für 6990 Euro und mit 75 PS, was will man mehr?

So ist es in der ersten Woche, gefeiert wird der Triumph der Zweckmäßigkeit. Später aber kehren die Ansprüche zurück. Man will schneller sein. Man will es leiser haben. Besser sitzen. Man wünscht einen gediegeneren Klang des Radios. Man sucht nach einem Auto, das die Persönlichkeit unterstreicht, weil es selbst eine hat.

Das ist das Problem dieses solide gebauten, ordentlich konstruierten und wenigstens halbwegs gestalteten Wagens: Er sagt nichts, er macht nichts, er will nichts. Es gibt keine Stelle am Dacia Sandero, weder technisch noch optisch, die die Liebe zum Autobau erkennen lässt. Oder einen Streit zwischen Ingenieur und Designer. Dies ist das Auto der Controller.

Wer mit diesem Gedanken leben kann, hat allerdings die Chance, für kleines Geld einen echten Neuwagen zu kaufen. Nie mehr gebraucht, das ist die Motivation vieler Dacia-Käufer, gerade auch beim bisherigen Basismodell Logan, das 7300 Euro kostet und etwas größer ist. Der Sandero bietet dafür das gefälligere Schrägheckdesign inklusive umklappbarer Rückenlehne. Viel mehr hat die Basisausführung aber nicht zu bieten: zwei Airbags, ABS, alles andere muss man dazukaufen.

So werden sich viele Interessenten zur 1000 Euro teureren Ambiance-Ausstattung nötigen lassen, da gibt es wenigstens Servolenkung und Zentralverriegelung.

Anders war der Testwagen ohnehin nicht zu haben, denn er trug den Beinamen „Eco*": Dieses Spritsparmodell mit 1,2- statt 1,4-Liter-Motor hat ebenfalls 75 PS und erreicht 161 km/h wie der Basis-Sandero, verbraucht aber weniger: 5,9 statt 6,5 Liter Super nach EU-Norm. Im Alltagsgebrauch kam der Sandero auf 7,2 Liter.

Auch weil man ihn doch immer mal ein wenig tritt, denn sonst scheint die Maschine einzuschlafen. Vielleicht lag der deutliche Mehrverbrauch ja auch an der Klimaanlage, die ausgerechnet in der Eco*-Ausführung noch mit eingebaut war (zusammen mit CD-Radio für 850 Euro Aufpreis) – die Normwerte werden dagegen ohne laufende Klimaanlage ermittelt.

Zusätzlich waren noch elektrische Fensterheber vorn und eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung dabei, was weitere 300 Euro kostet. So kommt der Sandero auf 9140 Euro und ist damit schon fast ein ganz normales Auto. Die Lieblosigkeit im Ganzen aber bleibt.