Bis dato war der Smart für die Konkurrenz allenfalls ein Objekt schlechter Scherze. Doch so ganz langsam spricht sich offenbar auch bei den anderen Automobilherstellern herum, dass kleine Autos groß im kommen sind. Allein in Europa sei der Markt für die Winzlinge im letzten Jahr um 20 Prozent gewachsen, rechnet Toyota-Statthalter Thierry Dombreval vor und präsentiert als Antwort auf diesen Trend zur IAA das iQ Concept.
Die in Südfrankreich gezeichnete Studie sieht mit den scharfen Schmissen im Blech, den auffälligen Rundbögen und den weit in die Ecken gerückten 17-Zoll-Rädern zwar ein bisschen aus wie ein Smart im Kimono. Doch unterscheidet die beiden Kleinwagen mehr als nur das Design mit dem „j-Faktor“. Denn der smarte iQ ist mit seinen 2,98 Metern nicht nur 28 Zentimeter länger als der Smart, sondern er bietet auch vier Sitze – zumindest in der Theorie. Wer dagegen einmal im Fond des weitere 40 Zentimeter längeren Aygo gesessen hat, möchte das in der Praxis lieber gar nicht erst ausprobieren.
Bequeme Sitze und ein pffifiges Cockpit
Doch allein die Option, hinter dem Fahrer noch ein Kind zu platzieren, und den Sozius soweit ins ausgeschnittene Cockpit zu holen, dass hinten zur Not auch mal kurz ein Erwachsener mitfahren kann, macht den iQ zum Meister der Möglichkeiten. Außerdem nimmt einem ja das große Glasdach ein wenig die Angst vor der Enge des Raums. Dazu gibt neben auffälligen Scheinwerfen und Heckleuchten für draußen im scharz und lila ausgeschlagenen Innenraum ein paar dürre aber augenscheinlich recht bequeme Sitze und ein pfiffiges Cockpit, das dominiert wird vom Tacho in den Farben eines Spiegeleis. Darüber wölbt sich wie ein Rochen eine Instrumentenabdeckung, aus der – klar und transparent – der Monitor für das Navigationssystem ragt.
Über solche Details reden die Japaner schon recht freizügig. Doch nur zur Technik macht Toyota noch keine Angaben. Aber soviel kann man der Studie schon ansehen: Hätte sie einen Elektromotor, bräuchte sie keinen Auspuff mehr. Und wenn der Motor vorne eingebaut würde, müsste die Heckklappe nicht so früh aufhören. Klassische Benziner und Diesel, die hinter den Sitzen montiert sind, könnten also – der Smart lässt noch mal grüßen – die treibende Kraft in diesem Spiel sein.
Bevor es auf diese Frage aber eine Antwort gibt, muss Toyota erst einmal über die Zukunft des Konzeptes entscheiden. Doch die Chancen stehen gar nicht schlecht. Denn erstens ist der iQ nach dem 2005 ebenfalls in Frankfurt enthüllten Endo bereits der zweite Anlauf für einen Zwergenaufstand. Und zweitens machen die Japaner solche Showcars schließlich nicht umsonst: „Jedes Auto, das wir entwickeln,“ sagt Europachef Dombreval, "ist eine Antwort auf die Wünsche der Kunden und die Anforderungen der Gesellschaft.“





