Der GT-R ist eine Rakete, und wo der 370 Z vorfährt, schauen kurz sogar die Porsche-Fahrer auf.
Doch sonst glänzt das Nissan-Programm zumindest in Europa vor allem mit einem – gähnender Langeweile.
Damit ist bald Schluss. Denn jetzt endlich kommt der Cube auch nach Deutschland. Der kleine Würfel ist die automobile Entsprechung zum iPod – cool und stylish, pfiffig und voll witziger Überraschungen.
Nicht umsonst haben sich die Designer eher ungewöhnliche Stilvorlagen gesucht und sich vorn an einer Bulldogge mit Sonnenbrille und hinten an der Kehrseite von Jennifer Lopez orientiert.
Aber wie die Kult-Spielzeuge von Apple ist der Cube auch etwas teuer als die Konkurrenz: Exakt 18.000 Euro muss man für die Basisversion anlegen, bekommt dafür aber dann immerhin sechs Airbags, ESP, Klimaanlage, Glasdach und Tempomat.
Wo der 3,98 Meter kurze Wagen anhält, zücken die Passanten die Handykameras, und wann immer man aus dem Cube auch herausschaut, blickt man in freundliche Gesichter. Aber nicht nur den anderen garantiert der witzige Würfel gute Laune, auch für den Fahrer ist der Cube ein probater Stimmungsaufheller.
Das beginnt bereits beim garantiert bequemen Einsteigen: Die Kontrolllampen im psychedelischen Cockpit flackern wie die Lichtorgel in der Disco, in den Cupholdern und im Fußraum spielt eine Lightshow wie früher bei Pink Floyd und an jeder Ecke im Cube gibt es eine nette Überraschung.
Auf dem Armaturenbrett zum Beispiel hält ein flauschiger Fransenteppich das Handy, in den Türen kann man mit bunten Spanngummis den Kleinkram festklemmen, und um die Deckenleuchte ziehen sich Kreise, wie sie ein Wassertropfen auf die glatte Oberfläche eines Sees zeichnet. Außerdem gibt es überall reichlich Ablagen und Taschenhaken.
Und wer durch die wie eine Kühlschranktür an der Seite angeschlagene Heckklappe etwas Größeres einladen will, kann die Rückbank um zwei Handbreit verschieben. Dann fasst der Kofferraum auch einen Großeinkauf – wenn es nach der hohe Ladekante nur nicht wieder so tief hinunter gehen würde.
Schiebt man die Bank dagegen ganz zurück, wirkt der Kleine dank 2,53 Metern Radstand innen wie ein großer: Vorn wie hinten reicht der Platz dann sogar für die ausgewachsenen Quarterbacks einer Football-Mannschaft.
Beim Fahren allerdings wird der Spaßfaktor etwas kleiner geschrieben: Während es den Cube etwa in den USA mit einem 122 PS starken 1,8-Liter gibt, bekommen die Deutschen nur zwei Motoren aus der Allianz von Nissan und Renault: Sie haben beide 1,6 Liter Hubraum, leisten als Benziner wie als Diesel (plus 3000 Euro) 110 PS und kommen auf maximal 175 km/h. Dafür ist der Benziner mit 6,6 und der Selbstzünder mit 5,2 Litern zufrieden.
Obwohl der kleine Kasten mehr kostet als manches europäische Modell der Kompaktklasse, enttäuscht der Gute-Laune-Garant in manchen Details mit einer lieblosen Materialauswahl und eher limitiertem Ehrgeiz.
Doch ist es beim Cube wie mit dem iPod oder dem iPhone: Die Form ist so cool, dass nach der Funktion schon fast keiner mehr fragt.




