Crossover-Erfolgsmodell

Nissan macht den Qashqai besser und preiswerter

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Michael Kirchberger

Mit flotterer Optik und neuen Motoren soll der Qashqai seine Verkaufserfolge der letzten beiden Jahre toppen. Das alternative Familienauto zielt mit gesunkenem Preis und gestiegenem Komfort mehr denn je auf umstiegswillige Limousinenfahrer. Versessen auf Leistung sollten sie aber nicht sein.

In Zeiten allgemein schwacher Verkaufszahlen hat der Qashqai dem japanischen Hersteller Nissan ordentlich über die Runden geholfen. Der im März 2007 eingeführte Crossover hat sich zum Bestseller der Marke in Deutschland entwickelt. Auch der im Oktober 2008 eingeführte, um 21 Zentimeter verlängerte Siebensitzer Qashqai+2 ist erfolgreich. Grund genug für Nissan, das heiße Eisen weiter zu schmieden. Mit einem umfangreichen Facelift soll der mit Vorder- oder Allradantrieb angebotene Fünftürer an Attraktivität gewinnen und so auf Erfolgskurs bleiben. Basismodell ist der Qashqai Visia 1.6 mit Frontantrieb und einem 114 PS starken Vierzylinder-Benziner, der für 19.490 Euro den Einstieg markiert.

Vor allem das Gesicht des SUV hat durch die Modellpflege gewonnen. Breitere Scheinwerfer, wuchtigere Kotflügel und eine geglättete Motorhaube, die ihre beiden charakteristischen Sicken jedoch nicht verloren hat, machen die Front moderner und dynamischer. Am Heck finden sich frisch gestaltete, zweiteilige Rückleuchten und ein neuer Dachspoiler. Der Wagenboden wurde glatter gestaltet und die aerodynamischen Eigenschaften der Karosserie haben sich dank dieser Maßnahmen leicht verbessert; sodass der cW-Wert nun bei 0,33 liegt.

Auch der Innenraum wurde aufgepeppt. Neue Rundinstrumente mit leichter ablesbaren Skalen, vor allem aber die deutlich gestiegene Materialqualität lassen erkennen, dass die Nissan-Entwickler den Erfolg der Wettbewerber wie etwa des Skoda Yeti ernst nehmen. Zusätzliche Ablagen und erweiterte Staufächer im Heck der +2-Ausführung steigern den Komfort. Und ein Tempomat mit Geschwindigkeitslimitierung gehört künftig zur Grundausstattung aller Qashqai-Versionen.

Neu im Programm ist die Antriebsvariante Eco. Bei diesem Modell wurde nochmals am Luftwiderstand gefeilt; glattflächige Radkappen, Blenden auf den Nebelscheinwerfer-Fassungen in der Frontschürze, rollwiderstandsoptimierte Reifen und ein länger übersetzter sechster Gang des handgeschalteten Getriebes senken den Verbrauch des 1,5-Liter-Dieselmotors um 0,3 auf 4,9 Liter. Ein modifiziertes Motormanagement senkt die Leistung um zwei PS auf 103, die Höchstgeschwindigkeit fällt mit 175 km/h um ein km/h geringer aus, die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 Kilometer bleibt konstant bei 12,2 Sekunden. Die CO2-Emissionen der Eco-Version sinken um acht auf 129 g/km, was für einen Wagen dieser Klasse ein sehr anständiger Wert ist.

Das Fahrwerk hat an dynamischen Qualitäten gewonnen. Die Abstimmung ist straffer ausgefallen, doch weit entfernt davon, unkomfortabel zu sein. Die Karosserieneigungen in Kurven halten sich in Grenzen, die Lenkung spricht leicht und präzise an. Bremsvorgänge lassen sich vorzüglich fein dosieren, die Schaltung der Fünf- oder Sechsganggetriebe ist präzise und leichtgängig.

Verbessert wurde auch das Geräuschniveau des erneuerten Qashqai. Alle Motorversionen bewältigen ihre Aufgabe im Flüsterton, Vibrationen sind kaum spürbar. Das soll den Langstrecken-Komfort des Nissan-SUV verbessern, vor allem aber bisherige Limousinen-Kunden, die ihre Familien komfortabel und sicher befördern wollen, mit dem Crossover-Wagen anfreunden.

Die Einstiegspreise des Quashqai hat Nissan verglichen mit dem bisherigen Modell um jeweils 700 Euro gesenkt, die übrigen Versionen sind ebenfalls günstiger geworden. Das mag darüber hinwegtrösten, dass die Dieselmotoren noch bis in den Herbst hinein nur mit der Euro-4-Abgasnorm dienen können. Erst danach werden sie den Euro-5-Standard erreichen.

Drei Ausstattungsstufen, Visia, Acenta und Tekna stehen zur Wahl, der Kunde kann sich außerdem für eine stufenlose CVT-Automatik oder eine Wandlerautomatik mit sechs Stufen entscheiden. Nur die Einstiegsversion muss sich als einzige mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe begnügen.