Als der Mini 2001 zum ersten Mal in seiner neuen Form auf den Markt kam, waren alle hell begeistert, nur nicht die Fans, die so einem flotten Auto auch einen flotten Motor gewünscht hätten. Inzwischen gibt es die zweite Generation des neuen Mini, und die müden Maschinen, damals noch in Kooperation mit Chrysler entstanden, wurden ausgetauscht.

Nun läuft der Mini besser, selbst das Basismodell „One“ (90 PS) lässt Temperament durchblicken. Und dann das: Mini-Hersteller BMW bringt wieder eine Lahme-Ente-Version heraus, sie heißt ebenfalls „One“, hat ebenfalls einen 1,4-Liter-Benziner, aber nur 75 PS.

75 PS bei gut 1100 Kilogramm – nein, das kann nicht gut gehen. Der neue, schwächere Mini One ist kein Auto, was Spaß macht. Sechs Gänge hat es auch noch, und wer auf der Autobahn den sechsten Gang einlegt, schaltet damit den letzten Rest von Leben ab.

Aber dann fährt man diesen Mini ein paar Tage, und mit jedem Kilometer wird er sympathischer. Ja, man muss auf der Autobahn gut überlegen, bevor man die linke Spur nimmt – aber dafür kann man mit 7,0 Litern auf 100 Kilometer quer durch Deutschland sausen (Spitze: 175 km/h). Im Alltagsmix fährt man den Mini mit 6,1 l/100 km, womit er die Werksangabe (5,3 Liter) nur knapp übertrifft. Aber das Wesentliche: Trotz seines wenig feurigen Motors bleibt der Mini, was er ist: ein gut gemachter Kleinwagen, den andere in dieser Qualität erst einmal hinbekommen müssen.

Gewiss, der Mini ist kein Raumwunder, hinten sollte man lieber nicht sitzen. Beeindruckend sind aber Materialauswahl und Verarbeitungsqualität – sie liegen auf dem Niveau der automobilen Mittelklasse.

Und das Fahrwerk ist auch bei der schwächsten Mini-Variante ohne Abstriche umgesetzt worden. Wenn man den Wagen in Kurven fährt, spürt man, dass diese Feder-Dämpfer-Abstimmung und vor allem diese Lenkung mit viel mehr Leistung fertig werden könnten – gutes Gefühl.

Inzwischen hat BMW auch die Unsitte beendet, den Mini nicht serienmäßig mit ESP auszustatten, und gemeinsam mit sechs Airbags und der ABS-Bremse tut die Anti-Schleuder-Elektronik eine Menge für die Sicherheit des Mini-Fahrers.

Allerdings: Auch der kleinste Mini ist, trotz Serienausstattung mit CD-Radio und Zentralverriegelung, ein teures Vergnügen. 15.200 Euro für 3,70 Meter Auto ohne Platz und nennenswerte Motorleistung – das kann sich nur die Marke Mini leisten.