Studie

Dieser Opel öffnet sich per Fingerabdruck

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Thomas Geiger

Der Ampera ist noch nicht auf dem Markt, da beweist Opel erneut seinen Zukunftswillen: Die Studie Flextreme GT/E zeigt intelligente E-Mobilität – mit Generator an Bord und einer Windschnittigkeit, für die sogar auf Türgriffe verzichtet wird. Der Fahrer öffnet das Auto einfach per Fingerabdruck.

Pünktlich zum Genfer Autosalon rücken Opel die spektakuläre Studie Flextreme GT/E ins Rampenlicht und zeigt mit einem ebenso leidenschaftlichen wie leistungsstarken Coupé-Konzept, dass alternative Antriebe auch in der Oberklasse Platz haben. „Dieses Auto gewährt einen Blick in die Zukunft von Opel“, sagt Frank Weber, der in Detroit den Chevrolet Volt entwickelt hat und seit ein paar Wochen die strategische Unternehmens- und Produktplanung von Opel leitet: „Mutig, ausdrucksstark und hoch effizient steht dieser Flextreme GT/E für unsere Produktstrategie, die für alle künftigen Modelle – egal ob groß oder klein – und für alle Marktsegmente gilt.“

Wie der vergleichsweise biedere Ampera fährt deshalb auch der immerhin 4,70 Meter lange Flextreme mit einem Elektromotor, der seinen Strom aus einem Lithium-Ionen-Akku holt, den man auch daheim an der Steckdose laden kann. Erst wenn die Batterie maximal 60 Kilometern leer ist, startet automatisch ein kleiner Benziner, der allerdings nie die Räder, sondern einen Generator antreibt. Dieses Notstromaggregat lädt den Akku während der Fahrt fortlaufend auf.

Damit sinkt nach Berechnungen von Opel der Verbrauch auf kaum mehr als 1,5 Liter, und der CO2-Ausstoß unter 40 g/km. Und anders als bei reinen Elektroautos muss niemand Angst vor begrenzter Reichweite haben: Sie liegt, dem Benzintank für die bordeigene Stromfabrik sei dank, bei mehr als 500 Kilometern.

Dieses Antriebskonzept wird es schon Ende nächsten Jahres im Opel Ampera zu kaufen geben. Was den Flextreme von der kompakten Stufenhecklimousine unterscheidet, sind das Format und die Fahrleistungen. Denn die Studie ist nicht nur eine halbe Nummer größer als der Volt, sondern schafft statt müdem 160 respektable 200 km/h und nimmt dem Serienmodell auch beim Sprint ein paar Sekunden ab.

Möglich machen das die ausgefeilte Aerodynamik und der konsequente Leichtbau, für den Opel viel Karbon und Aluminium genutzt und so bei einzelnen Komponenten bis zu 40 Prozent Gewicht gespart hat. Als wäre der elektrische Keil nicht schon windschnittig genug, haben die Ingenieure zum Beispiel hinten an der Flanke zwei seitliche Luftleitbleche montiert, die bei Tempo 50 automatisch ausfahren und so Verwirbelungen am Heck verhindern. Außerdem wurden der Unterboden geglättet und auf den Felgen transparente Verkleidungen montiert. So sinkt der Luftwiderstand auf 0,22 und macht den Flextreme zu einer der schnittigsten Studien beim Genfer Salon.

Nachdem mit Mark Adams in Rüsselsheim ein neuer Designchef Einzug gehalten hat, ist der GT/E das erste Auto, das komplett aus seiner Feder stammt und die schon bei Astra und Insignia umgesetzte Idee des Zusammenspiels von „skulpturhafter Eleganz“ und „deutscher Präzision“ auf die Spitze treibt: Alle Flächen sind noch weiter ausmodelliert, alle Kanten noch schärfer geschnitten. Die Scheinwerfer mit ihren typischen Lichthaken strahlen nun mit LED-Technik, aus der sichelförmigen Sicke auf der Flanke wird fast eine Kieme und das Heck trägt eine noch markantere Bügelfalte.

Dazu gibt es einige stilistische wie technische Neuerungen wie die optisch durchbrochene C-Säule, über der das flache Dach des Flextreme förmlich zu schweben scheint, die weiterentwickelten Portaltüren des Meriva und die Lichtsensoren in den Fenstern, die den Fingerabdruck des Fahrers erkennen und die Türen öffnen. So kann das Auto auf die wenig windschnittigen Griffe an den Flanken einfach verzichten.

Ebenfalls neu ist das intelligente Glasdach, das fester Bestandteil im Klimakonzept des Wagens ist. Im Winter lässt es automatisch die wärmenden Sonnenstrahlen herein, während es sich im Sommer von alleine tönt und so die Hitze aussperrt.