Autos sind und bleiben Männersache. Sollten doch einmal Frauen im Zusammenhang mit mobilem Untersatz vorkommen, stehen sie auf Messen mit Miniröckchen an Kotflügeln, räkeln sich auf Motorhauben oder bestimmen bestenfalls die Farbe beim Kauf.

Meint jedenfalls das chauvinistische Männerbild. Und nun das: Die Abwrackprämie belehrt die Unbelehrbaren eines besseren.

So scheint es jedenfalls. Eine aktuelle Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass der Frauenanteile beim Neuwagenkauf dank Abwrackprämie sprunghaft angestiegen ist.

Lag der Anteil in den Jahren 2000 bis 2008 immer knapp über 30 Prozent, befindet er sich nun bei 39 Prozent.

Ob das zu so vereinfachenden Analysen seitens der CAR-Mitteilung berechtigt wie zum Beispiel „Frauen sind die größeren Schnäppchen-Jäger“ oder „Frauen zwischen 45 und 49 Jahren sind am stärksten abwrack-süchtig“, bleibt dahingestellt.

Vielleicht benötigen Frauen im Gegensatz zu Männern bei ihren Käufen nur keine Motivationshilfen wie Patriotismus (VW), hohen Testosteronspiegel (Ferrari) oder Brummifahrergefühl (Jeep).

Besonders hübsche Kleinwagen wie etwa der neue Alfa Mito konnten Frauen zum Kauf animieren.

So ist es kein Wunder, dass auch der Mini weiterhin Frauenfreund Nr.1 ist. Kein Auto weist einen höheren Anteil an weiblichen Käufern auf als dieser mit 51,8 Prozent. Trotzdem profitierte der Mini von der Abwrackprämie weniger (plus 2,5 Prozent) als andere. „Der Mini ist einfach zu teuer, so dass 2500 Euro Prämie ein überschaubarer Preisvorteil bleibt“, sagt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöfer. „Zusätzlich gilt, dass Mini-Käufer eher mit besseren Monatseinkommen und jüngeren Autos unterwegs sind, so dass kaum Abwrack-Möglichkeiten vorliegen."

Am unbeliebtesten bei Frauen sind übrigens die Marken Ferrari, Aston Martin, Bentley, Lamborghini, Hummer und Porsche. Die deutsche Sportwagenschmiede verzeichnet unter ihnen im Jahr 2009 zudem mit 1,5% den größten Einbruch bei der weiblichen Kundschaft.

Grundsätzlich sieht der Institutsleiter die jüngste Entwicklung der automobilen Geschlechterfrage nur als Zwischenhoch, auch wenn es sich dabei um eine historische Höchstmarke seit Bestehen der Bundesrepublik handelt. Von 41,2 Millionen Führerscheinbesitzern sind derzeit nur 35 Prozent Frauen. Wird sich der weibliche Anteil an Neuwagenkäufen nach Prognosen von CAR zum Jahresende auf 38 Prozent einpendeln, dürfte bis 2020 kein solches Ergebnis mehr erreicht werden.

Der Grund dafür liegt in der Demografie: In den nächsten zehn Jahren wird demnach der Anteil der Frauen mit Führerschein voraussichtlich auf 40 von derzeit 35 Prozent anwachsen. Ohne Abwrackprämie lagen die Neuwagenkäufe bei Frauen jedoch immer etwa zwei Prozent unter den Führerscheinbesitzern. So ist nur mit einem voraussichtlichen Höchstwert von 38 Prozent im Jahr 2020 zu rechnen.