Uns Deutschen sagt man eine gewisse Gründlichkeit nach. Da verwundert es nicht, wenn der ADAC, eine der deutschesten Organisationen überhaupt, über Jahre akribisch Daten sammelt zu jedem Wagen, den seine Tester in die Finger bekommen.

Um dann genau im richtigen Moment zuzuschlagen mit einer Information, auf die alle schon gewartet haben: Der Mercedes SL, so heißt es aktuell, heizt am besten.

Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Es geht nicht ums Schnellfahren, für das der ADAC auch nicht das Manta-Wort vom Heizen verwendet hätte.

Tatsächlich stehen bei dem Autoklub regelmäßig die Testwagen in der Klimakammer und müssen aus eigener Kraft den Innenraum von minus zehn auf warme 22 Grad bringen. Sieben Minuten braucht dafür der Mercedes SL 350, schneller heizt keins von bislang 500 überprüften Autos.

Das ist eine hübsche Neben-Erkenntnis, wenn man sich so einen Wagen schon gekauft hat. Doch so bewundernswert ist die technische Leistung nun auch wieder nicht, schließlich ist der SL nur ein Zweisitzer mit sehr wenig Luft drin, die zu wärmen wäre. Außerdem ist der Wagen teuer, da kann man ungewöhnliche Leistungen verlangen.

Dankbarer darf ein Fiat-Panda-Fahrer sein, der es auch schon in neun Minuten wohlig warm haben kann. Dagegen tun Besitzer des Familienvans Ford Galaxy gut daran, Wolldecken für den Weg zur Arbeit mitzuführen. Erst nach 23 Minuten wird es hier kuschlig warm, auf den hinteren Plätzen dauert das Aufheizen gar eine halbe Stunde.

Das liegt nicht nur an dem großen Raum, sondern auch am Dieselmotor des getesteten Wagens. Dieselmodelle haben alle ein Heizproblem, weil die Motoren effizienter sind als Benziner und weniger Abwärme erzeugen. Die aber braucht es zum Heizen.

Das wirft die Frage auf, wie wir künftig im Elektroauto durch den Winter kommen. Vielleicht mithilfe einer Standheizung – betrieben mit dem guten alten Benzin.