Allen Spar- und Umweltzielen zum Trotz gibt es in der Welt der Automobilität einige Nischen, wo mit viel Leidenschaft andere Werte gepflegt werden. Fahrspaß etwa, Motorkraft und größtmögliche Individualität. Ein Vertreter dieser Werte ist die kleine deutsche Sportwagen-Manufaktur Vermot Baden-Württemberg. Hier entsteht derzeit einer der exklusivsten Sportwagen der Welt.
Der Veritas RS III steht in einer langen deutschen Rennwagentradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Veritasteam der erste deutsche Teilnehmer am Formel 1-Zirkus. Der Supersportwagen Veritas von heute knüpft unverkennbar an die Renngeschichte der Marke an.
„Schon auf den ersten Blick sticht unser Roadster durch sein unverwechselbares Gesamtbild ins Auge, das futuristische und klassische Elemente verbindet“, sagt Michael Söhngen, Chefdesigner der Vermot AG: „Am Ende zählen die Proportionen, hierauf haben wir beim Design den größten Wert gelegt“.
Das böse Haifischmaul und die aggressiv blickenden Xenon-Doppelscheinwerfer, taillierte, nach innen geschwungene Seitenschweller und das flache Heck mit den mittig nach oben gerichteten zwei Edelstahl-Auspuffrohren geben dem Auto seinen tierischen Anklang. Mit dem asymmetrisch in die Karosserie integrierten Überrollbügel auf der Fahrerseite, einem in der Mitte aufragenden Rückspiegel, genieteten oder verchromten Karosserie-Elemente und markant gezackten Rückleuchten unterstreichen seine Bestimmung für Rennstrecken.
Am deutlichsten dokumentiert der Veritas seine genetische Herkunft durch die 1 + 1 Sitzanordnung und die geringe Fahrzeughöhe von 97 Zentimeter: Der Veritas-Fahrer ist meistens allein und halb liegend unterwegs. Für einen Beifahrer kann hinter dem Fahrersitz ein normalerweise verdeckter Sozius geöffnet werden.
15 Mitarbeiter montieren derzeit an drei Arbeitsstationen Chassis, Karosserie und Interieur. Die Fertigstellung eines Autos dauert etwa acht Wochen, wobei jeweils drei Wagen parallel gebaut werden.
Die komplette Karosserie besteht aus einer superleichten Rennsport-Carbon-Haut. Auch das höhenverstellbare, auf der Nordschleife des Nürburgrings getestete Sportfahrwerk soll für ein “true race feeling” sorgen. Etwas vorsichtigere Fahrer können jedoch ABS und ASR zuschalten.
Angetrieben wird das 4,68 Meter lange und 2,02 Meter breite Monster von einem 5-Liter-V10-Motor aus dem Hause BMW. Er leistet 507 PS und fährt maximal 347 km/h.
Für Sportwagenliebhaber ist der Bolide ein herrlicher Tempotraum in Silber – und wird es auch bleiben. Denn noch vor dem eigentlichen Produktionsbeginn waren fünf der auf 30 Exemplare limitierten Baureihe verkauft – nach Monaco, Australien, Großbritannien, Spanien und in die Schweiz.
Acht weitere sind reserviert und laut Hersteller lagen schon Mitte Oktober mehr als 100 Anfragen für die restlichen 17 Sammlerstücke vor. Aber angesichts des Preises von rund 225.000 Euro bleibt den meisten wohl nur die Fantasie eines röhrenden Kickdowns.
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