Frankfurt/Main - Das Hilfspaket der Bundesregierung für die Autoindustrie weckt Hoffnung in der krisengeschüttelten Branche. Nach den Ankündigungen der großen Koalition erhöht der Verband VDA seine Absatzerwartungen für das laufende Jahr. "Wenn die Regierung jetzt alles das, was sie auf den Weg gebracht hat, gesetzgeberisch auch durchsetzt, haben wir die Chance, die Drei-Millionen-Grenze zu knacken", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann dem "Tagesspiegel". Bislang war der Verband von einem Rückgang der Pkw-Neuzulassungen auf 2,9 Mio. Pkw ausgegangen.
Die große Koalition biete mit ihrem Konzept die richtige Mischung gegen die Rezession an, lobte Wissmann. Die Veränderung beim Kurzarbeitergeld, die Senkung des Krankenversicherungsbeitrags, die Förderung alternativer Antriebe, die Abwrackprämie für Altautos sowie die Neuordnung der Kfz-Steuer könnten helfen, "damit eine für Deutschland lebenswichtige Industrie nicht in die Knie geht". Viele hätten mit dem Autokauf gewartet. Vor allem von der Abwrackprämie versprechen sich Hersteller und Zulieferer einer Umfrage der Branchenzeitschrift "Automobilwoche" zufolge eine spürbare Ankurbelung der Nachfrage.
Die Prämie von 2500 Euro kann für einen Neu- oder Jahreswagen beantragt werden, wenn der Käufer seinen mindestens neun Jahre alten Wagen verschrotten lässt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich bereits erfreut gezeigt über die ersten Reaktionen auf die Entscheidung. Während die Politik noch debattiere, schauten sich die Verbraucher bereits um, wo sie ihre Autos verschrotten könnten, sagte Merkel vor mittelständischen Unternehmern. Kritiker der Regelung verweisen darauf, dass vor allem ausländische Hersteller davon profitieren dürften, da sie mehr billige Kleinwagen im Angebot hätten als deutsche Hersteller.



