Die Abwrackprämie für Autos, die mindestens neun Jahre alt sind, wird nur noch bis zum 31. Mai in der bisherigen Höhe von 2500 Euro gezahlt, berichtete AP unter Berufung auf Regierungskreise. Von Juni an werde die Prämie in jedem Fall gekürzt, mindestens um 500 Euro, möglicherweise aber auch auf 1.250 Euro halbiert. Über die Höhe der Kürzung will die Bundesregierung in der kommenden Woche entscheiden.

Bisher hatte die Regierung zumindest den Eindruck erweckt, die 2.500 Euro würden bis zum Auslaufen der Prämie am 31. Dezember dieses Jahres gewährt. Regierungssprecher Thomas Steg hatte gesagt: „Jeder Antrag wird bearbeitet, und es gilt die Zusage, dass im Jahr 2009 die Umweltprämie bezahlt wird.“ Die Höhe der Prämie hatte er allerdings nicht erwähnt.

Hintergrund ist die unerwartet hohe Nachfrage. Bislang hat die Regierung nur 1,5 Milliarden Euro für rund 600.000 abgewrackte Autos im Etat 2009 eingeplant. Am Donnerstag näherte sich die Zahl der Anträge und Reservierungen bereits dem Wert von 1,2 Millionen. Dies würde die Kosten für den Staat auf mindestens drei Milliarden Euro verdoppeln.

Die Bundesregierung hatte erst diese Woche zugesagt, den bisherigen Fördertopf von 1,5 Milliarden Euro, der für 600.000 Prämien gereicht hätte, aufzustocken. Beschließen muss eine Aufstockung des Fördertopfes oder auch eine Kürzung jeweils der Bundestag.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2009 wuchs der deutsche Pkw-Markt um 18 Prozent auf über 868.000 neu zugelassene Fahrzeuge. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) korrigierte angesichts der guten Zahlen seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben und erwartet nun einen Inlandsabsatz deutlich über dem Vorjahresniveau von 3,09 Millionen Autos. Düster ist weiter das Exportgeschäft mit einem Rückgang von 25 Prozent im März.

Die Auftragseingänge aus dem Inland für deutsche Hersteller stiegen im März ebenfalls kräftig um 75 Prozent. Im gesamten ersten Quartal lag der Zuwachs bei 43 Prozent. VDA-Präsident Matthias Wissmann sagte: „Die Sorge der Verbraucher über ein frühes Ende der Umweltprämie hat im März offenbar zu einem Ansturm der Käufer geführt. Mit der beabsichtigten Verlängerung bis zum Jahresende ist allerdings in den kommenden Monaten mit einer Entspannung zu rechnen“.

Wissmann warnte aber: „Die derzeitigen positiven Marktergebnisse in Deutschland dürfen jedoch nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen, der die deutsche Automobilindustrie insbesondere auf den Exportmärkten weltweit ausgesetzt ist.“ Für die deutschen Autobauer, die 2008 rund 11 Millionen Autos weltweit produziert hätten, sei die Entwicklung auf den Auslandsmärkten von entscheidender Bedeutung; dort würden mehr als vier Fünftel aller deutschen Fahrzeuge abgesetzt.

Auf den meisten dieser Märkte seien noch keine Anzeichen für eine durchgreifende Stabilisierung zu erkennen. Die Exporte brachen im März um 25 Prozent ein. Im ersten Quartal wurden 713.700 Pkw ausgeführt, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 38 Prozent. Die Auslandsorder lagen im März um 26 Prozent unter dem Vorjahr, im ersten Quartal sanken die ausländischen Bestellungen um insgesamt 32 Prozent.

Die Autokäufer in Deutschland entschieden sich laut VDIK überdurchschnittlich häufig für kleinere und damit auch emissionsarme Modelle. „Die Entscheidung der Aufstockung der Mittel für die Umweltprämie kam gerade noch rechtzeitig“, sagte der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), Volker Lange.


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AP/drz/pos