Kommentar

Berlins Senat muss die Flut der E-Scooter eindämmen

Viele möchten die E-Scooter am liebsten verbieten. Besser wären deutlich mehr Kontrollen durch die Polizei, meint Christine Richter.

Nur wer für sein Fehlverhalten bezahlen muss, wird sein Verhalten ändern. Und das ist in Berlin dringend erforderlich.

Nur wer für sein Fehlverhalten bezahlen muss, wird sein Verhalten ändern. Und das ist in Berlin dringend erforderlich.

Foto: Reto Klar

Berlin. Rund 9000 E-Scooter stehen oder werden in Berlin herumgefahren. Wer sich in den Innenstadtbezirken wie Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg oder Prenzlauer Berg bewegt, weiß, was auf den Straßen und vor allem auf den Bürgersteigen los ist. Gibt es überhaupt einen E-Scooter-Fahrer, der sich an die Regeln hält? Ich habe in den vergangenen Wochen schon alles gesehen: Die Fahrer sind zu zweit, zu dritt auf dem Tretroller unterwegs, haben einen Hund an der Leine oder eine große Tasche zwischen den Beinen, sind natürlich gerne auch gegen die Verkehrsrichtung und immer wieder auf dem Bürgersteig unterwegs. Und nicht jeder Fahrer ist 14 Jahre und älter. Was nun?

Manch einer möchte die E-Scooter am liebsten verbieten. Das ist meiner Meinung nach der falsche Weg, weil die E-Scooter selbstverständlich eine moderne, eine klimafreundliche Art sind, sich durch die Stadt zu bewegen. Interessant auch, dass sehr viele Touristen die E-Scooter benutzen. Früher haben sie sich, wie man das als Tourist so macht, die Füße wund gelaufen, nun rollen sie durch Berlin. Warum sollte man ihnen das verbieten, wenn die Regeln eingehalten werden?

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Denn das ist die Voraussetzung für ein funktionierendes Miteinander im Straßenverkehr: Die Regeln müssen eingehalten werden. Und die Verleiher sollten Straßennutzungsgebühren zahlen, dann besteht zumindest die Chance, dass wieder mehr Ordnung eintritt und die Zahl der E-Scooter limitiert wird. Andere Städte wie Paris haben längst Konsequenzen gezogen. Außerdem brauchen wir deutlich mehr Kontrollen durch die Polizei, die dann auch Bußgelder verhängen muss. Denn das hat sich ja leider gezeigt: Nur wer für sein Fehlverhalten bezahlen muss, wird sein Verhalten ändern. Und das ist in Berlin dringend erforderlich.