Kommentar

Keine S-Bahn nach Schönefeld: Eine kolossale Fehlplanung

Pünktlich zum Ferienbeginn fahren die S9 und die S45 nicht mehr zum Flughafen Schönefeld. Das verstehe, wer will, meint Nina Kugler.

Warum die Bauarbeiten  an den S-Bahnlinien S9 und S45 mit den Sommerferien starten müssen, versteht kein Mensch, meint Nina Kugler.

Warum die Bauarbeiten an den S-Bahnlinien S9 und S45 mit den Sommerferien starten müssen, versteht kein Mensch, meint Nina Kugler.

Foto: Nina Kugler/Reto Klar / BM

Berlin. Es könnte alles so schön sein: Sommer, Sonne, Sommerferien. Aber ausgerechnet die S-Bahn Berlin vermiest vielen Urlaubern den Start in die Ferien. Denn die Linien der S9 und S45 zum Flughafen Schönefeld fahren pünktlich zu Ferienbeginn nicht mehr. Der Grund: Bauarbeiten. Warum die aber mit den Sommerferien starten müssen – das verstehe, wer will.

Nach mehr als 100 Jahren Betrieb braucht beispielsweise der S-Bahnhof Schöneweide eine Generalüberholung. Warum die aber ausgerechnet ab Tag eins der Sommerferien nötig ist, kann selbst S-Bahnchef Peter Buchner nicht richtig erklären. Sein Argument, dass in den Ferien weniger Pendler unterwegs seien, gilt für die Flughafenstrecke bestimmt nicht.

Und so kam es am Mittwochmorgen, wie es kommen musste: Der Schienenersatzverkehr funktionierte nicht richtig, Ersatzbusse blieben im Stau stecken, Reisende und DB-Servicemitarbeiter waren genervt.

Hintergrund: S-Bahn nach Schönefeld unterbrochen - Chaos im Ersatzverkehr

Und man muss sagen: Kein Wunder. Sind doch beide Berliner Flughäfen, Schönefeld und Tegel, nicht an die U-Bahn angeschlossen. Lediglich Busse fahren bis vor die Terminals. Selbst mit den S-Bahnen muss noch ein Fußmarsch vom Bahnhof zum Flughafen Schönefeld zurückgelegt werden. Und selbst zum BER wird vorerst keine U-Bahn fahren. Eine kolossale Fehlplanung. Sollen doch Studien zufolge bis 2040 jeden Tag durchschnittlich 150.000 Fluggäste den BER nutzen.

Dabei fordern Politiker wie Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) oder sein Schönefelder Amtskollege Udo Haase (parteilos) schon länger den Ausbau der U7. Eine Verlängerung erscheint hingegen Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für die Grünen) erst in rund 15 Jahren realistisch. Wenigstens dürfte dann auch der BER eröffnet sein.