Es ist zum Fremdschämen: Pünktlich zu Beginn der Herbstferien herrscht in Tegel und Schönefeld wieder einmal das reine Chaos – überlange Schlangen an den Check-in-Schaltern, vor den Sicherheitskontrollen, große Probleme beim Aufgeben der Koffer – und erst recht bei der Rückkehr nach Tegel, wo man schon mal eine Stunde auf seinen Koffer warten muss.
Ich wollte am Freitagabend nach Frankfurt – und stand allein 45 Minuten bei der Sicherheitskontrolle an. Glücklicherweise musste ich kein Gepäck aufgeben, denn vor den seit einigen Monaten zentralisierten Lufthansa-Schaltern war so viel los, dass die Reisenden keine Schlange mehr bildeten, sondern sich davor knäulten – bis in die Haupthalle hinein. Wegen des „Kofferchaos“, so der Kapitän der Lufthansa-Maschine, hatten wir dann über eine Stunde Verspätung.
Die Flughafengesellschaft weist jetzt darauf hin, dass man wegen der Ferien 2,5 bis drei Stunden vor dem Abflug zum Check-in kommen sollte. 2,5 bis drei Stunden. Das ist, anders als von der Flughafengesellschaft behauptet, nicht normal. Aber anders geht es in Tegel nicht, wenn man allein eine Stunde und mehr braucht, um seinen Koffer aufgeben zu können. An den wahrlich schlecht organisierten Sicherheitskontrollen dauert es dann nochmals lange. Es fehlt überall an Personal, an den räumlichen und technischen Voraussetzungen. Und das Schlimme ist: Die Flughafengesellschaft schiebt die Verantwortung auf die Airlines, die auf den Dienstleister in Tegel und die wiederum auf die Flughafengesellschaft. Und an den Zuständen ändert sich nichts.
Ich frage mich wirklich, wie Tegel noch zwei Jahre durchhalten soll. Denn erinnern wir uns: Der neue Hauptstadtflughafen BER – wo es übrigens auch, anders als an modernen deutschen Flughäfen, keine zentrale Möglichkeit gibt, sein Gepäck selbst aufzugeben – eröffnet erst im Herbst 2020. Wenn er denn eröffnet.


