Für etliche Besucher der Stadt scheint eine Kutschfahrt durch Berlins City eine besondere Attraktion zu sein. Sonst würden die Kutscher mit ihren Pferden längst nicht mehr am Brandenburger Tor auf Fahrgäste warten. Doch viele, die die Tiere einmal an einem heißen Sommertag mit ihren Kunden durch den dichten Autoverkehr im Schritt gehen gesehen haben, verspüren Mitleid und zweifeln, dass das alles artgerecht sein kann. Bei einem Ackergaul, der auf dem Feld eingesetzt wird, erscheint dessen Arbeit für den Menschen zumindest viel weniger dramatisch. Das Pferd arbeitet in der Natur, ist nicht den Abgasen ausgesetzt und läuft auch nicht stundenlang auf hartem Pflaster.

Dass der Bezirk Mitte in Kürze also untersagt, dass Pferdekutscher auf dem Pariser Platz um Kunden werben und sie dort aufnehmen, hat bei Tierschützern großen Beifall ausgelöst. Sie haben bereits seit Jahren für ein Verbot gekämpft. Sogar um ein stadtweites. Zumindest wird das jetzige auf dem Pariser Platz dazu führen, dass die Kutscher ihr Angebot nicht mehr ganz so attraktiv direkt vor dem Brandenburger Tor, Berlins wichtigstem Wahrzeichen, präsentieren dürfen.

Die Möglichkeit, Pferdekutschen ganz zu untersagen, ist wohl rechtlich schwierig. Das sagt jedenfalls das zuständige Bezirksamt. Sie würden als Fortbewegungsmittel gelten. Also werden Verbote erlassen, die das Geschäft zumindest erschweren. Es sind Nadelstiche, die dafür sorgen, dass die Kutscher zumindest nicht auf Berlins zentralstem Platz für sich werben dürfen. Die Stadtrundfahrt-Busse würden sicherlich auch gern dort stehen. Dürfen sie aber nicht. Für den Pariser Platz ist wegen seiner besonderen zentralen Rolle ohnehin vieles nur mit Sondergenehmigung erlaubt. Das wurde bereits vor Jahren erkannt. Es hat so gesehen recht lange gedauert, dass die Behörden erkannt haben, dass Pferdekutschen als Verkehrsmittel auch reglementiert werden können.

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