Seit 37 Jahren gibt es in Deutschland die Sommerzeit. Und seit 37 Jahren fragt man sich zwei Mal im Jahr: Vor oder zurück? Wie war das noch gleich? Die Zeitumstellung ist die nervigste Banalität des modernen Alltags, die uns auch an diesem Sonntag wieder ereilt: In der Nacht wurde die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, weshalb dieser Tag nun 25 statt 24 graue Stunden hat. Die geschenkten 60 Minuten hat hoffentlich jeder Berliner so sinnvoll wie möglich genutzt: Dafür, mal wieder so richtig schön auszuschlafen.

Denn genau das ist auch nötig. Die Zeitumstellung schlaucht. Nicht wenige Menschen berichten von Müdigkeit und Schlappheit, von Schlafproblemen und Stress. Unser Hormonhaushalt ist eben ein Sensibelchen. Es kann sogar mehrere Tage dauern, bis sich der Schlaf-Wach-Rhythmus an die neue Zeit gewöhnt hat. Das geht Erwachsenen so – und vor allem Kindern, die nicht verstehen, warum sie nun ins Bett müssen, bevor sie eigentlich müde sind und in aller Herrgottsfrühe wach sind, weil es ihrem Gefühl nach ja eigentlich schon eine Stunde später ist.

Die Zeitumstellung steht sogar in Verdacht, indirekt für mehr Unfälle am Montagmorgen, für einen Anstieg an Herzinfarkten sowie für schlechtere Klausurergebnisse von Schülern verantwortlich zu sein. Kurzum: Es ist wirklich nichts Gutes an der Zeitumstellung zu erkennen. Also weg damit! Der eigentliche Plan, nämlich Energie zu sparen, ist dabei ja auch ungefähr so gut aufgegangen wie jener, den neuen Hauptstadtflughafen im Jahr 2012 zu eröffnen: gar nicht. Denn selbst wenn wir im Sommer später das Licht anknipsen, drehen wir dafür im Winter die Heizung abends eine Stunde später runter. Kalte Füße sind ja auch nicht schön.

Die wünscht man auch niemandem in der EU-Kommission, die derzeit die Abschaffung der Sommerzeit prüft. Bis zu einem Ergebnis kann es aber noch dauern. So lange: gute Erholung. Bis es wieder heißt: vor oder zurück?

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