Natürlich ist es gut für die Stadt, wenn sich ein international gefeiertes US-Rockfestival wie Perry Farrells Lollapalooza dafür entscheidet, als ersten Spielort in Europa Berlin auszuwählen. Und natürlich besitzt Lollapalooza mit seinem hochkarätigen Programm eine Strahlkraft, die weit über die Grenzen der Metropole hinausreicht. Das haben die Festivalmacher bei der Premiere im vergangenen Jahr auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof bereits bewiesen.
Dennoch lassen sich die Anwohner-Proteste gegen den diesjährigen Spielort, den historischen Treptower Park, nicht einfach wegwischen. Schließlich ist der Park ein Gartendenkmal, das gerade für 17 Millionen Euro saniert wurde. Befürchtungen, das Gelände könnte Schaden nehmen sind ebenso legitim wie der Ärger über die zu erwartende Lärmbelästigung. Immerhin: die Lollapalooza-Veranstalter haben für anfallende Schäden eine Kaution von drei Millionen Euro hinterlegt.
Etwas überstürzt wirkt die Entscheidung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schon, nach dem Wegfall von Tempelhof eine Genehmigung für den Treptower Park zu forcieren. Es musste ein Ersatz her, keine Frage, und Alternativen waren in so kurzer Zeit offenbar nicht zu finden. Eine Absage aber hätte die Stadt Schadensersatz in Millionenhöhe gekostet. Und es ist ja nicht das erste Mal, dass in Treptow ein Konzert stattfindet. Schon Bob Dylan hat 1987 im Treptower Park vor 70.000 Menschen gespielt. Großveranstaltungen in Großstädten bereiten immer auch Probleme. Das haben Veranstalter in der Waldbühne ebenso zu spüren bekommen wie Eventmacher auf der Straße des 17. Juni.
Lollapalooza muss man mögen – oder ertragen. Verhindern lässt sich das Festival wohl nicht mehr. Die Aufbauarbeiten sind in vollem Gange, die 140.000 Tickets nahezu ausverkauft. Und vielleicht sind die Rockfans ja doch umweltbewusster als ihr Ruf.


